Da du gern weiterdiskutieren wolltest:
Dein Einwand auf meinen Kommentar, dass etwas ja nicht so wertvoll gewesen sein kann, wenn man es frühzeitig aufgegeben hat, ist nicht uneingeschränkt haltbar. Natürlich gibt es auch solche Fälle, in denen deine Vermutung zutrifft.
Aber es gibt auch oft genug Fälle, in denen Menschen ihre Ideale und Ziele nicht etwa deswegen zu früh aufgeben, weil sie ihnen nichts mehr wert sind, sondern weil Sachzwänge und menschliche Schwäche sie zur Aufgabe derselben nötigen. Der intrinsische Wert eines Ideals oder einer guten Sache existiert jedoch unabhängig von der fehlenden Beständigkeit und Hartnäckigkeit des agierenden Subjekts.
Es kommt auch immer auf die jeweilige Sache an, ob Machiavellis Spruch anwendbar ist oder nicht. Klar, wenn mein Haus abbrennt und ich sehe, dass ich es nicht mehr retten kann, sollte ich es aufgeben und das stürzende Gemäuer so schnell wie möglich verlassen; alles andere wäre durchaus nicht sehr weise. Ob es allerdings sehr weise wäre, frühzeitig damit aufzuhören, politischen Widerstand gegen eine menschenverachtende, von despotischen Strukturen geprägte Diktatur zu leisten, nur weil einen Hoffnungslosigkeit und Angst überkommt, das sei mal dahingestellt…..
Kurz gesagt: Machiavellis Position ist mir zu materialistisch und nicht idealistisch genug! :)
Ich bin einer guten Diskussion doch nie abgeneigt. ^_^
Ich würde dir darin wiedersprechen, dass Werte und Ideale intrinsisch sind. Denn diese werden, wie auch unsere Moralvorstellungen vom Zeitgeit beeinflußt und sind daher einer ständigen Wandlung unterzogen.
Nehmen wir zum Beispiel einmal die Gründerväter der USA. Größtenteils aufgeklärte, schlaue Menschen, welchen einen säkularen Staat auf den Prinzipien der Demokratie und Freiheit gegründet haben. Trotzdem hatte wohl jeder von ihnen seine eigene Sklaven. Und in der damaligen Zeit war das vollkommen normal und gesellschaftlich von allen Seiten akzeptiert.
Andere Beispiele wären zum Beispiel Thomas Henry Huxley oder Abraham Lincoln. Beide waren ihrer Zeit weit vorraus. Trotzdem wirken ihre Äußerungen auf uns heute sehr befremdlich. Letzterer hat z. B. 1858 in einer Diskussion mit Stephen A. Douglas gesagt:
“Ich will also sagen, dass ich nicht dafür bin und nie dafür war, in irgendeiner Form die soziale und politische Gleichheit der weißen und schwarzen Rassen herzustellen; dass ich nicht dafür bin und nie dafür war, Neger zu Wählern oder Richtern zu machen, sie in politische Ämter einzusetzen oder ihnen die Ehe mit Weißen zu gestatten; und zusätzlich möchte ich sagen, dass es zwischen der weißen und der schwarzen Rasse einen körperlichen Unterschied gibt, welcher es nach meiner Überzeugung für alle Zeiten verbietet, dass die beiden Rassen in sozialer und politischer Gleichberechtigung zusammenleben. Und da sie nicht so leben können, während sie doch zusammenbleiben, muss es die Position des Überlegenen und des Unterlegenen geben, und ich bin wie jeder andere Mensch dafür, dass die überlegene Position der weißen Rasse zugewiesen wird.”
Wahrscheinlich würde Abraham Lincoln entsetzt zurückschrecken, wäre er in unserer Zeit aufgewachsen und würde seine damaligen Ansichten nun lesen können.
Und so, wie unsere moralischen Prinzipien dem Zeitgeist unterworfen sind, sind es auch unsere anderen Werte und Ideale. Wenn diese Werte also veränderlich sind und nicht von Innen heraus festgeschrieben sondern von Mensch zu Mensch verschieden und auch innerhalb dieser veränderlich.
Um dein Beispiel aufzugreifen: Wenn jemand von seinem Wiederstand gegen eine despotische Diktatur abweicht mag das zwar als Ursache Angst und Hoffnungslosigkeit haben. Aber die treibende Kraft dahinter ist sicherlich der eigene Überlebenswille und vielleicht auch der Schutz der Familie. Diesen Idealen wird dann eine größere Wichtigkeit eingeräumt als beispielsweise der freien Meinungsäußerung. Nur ist die freie Meinungsäußerung kein festgeschriebenes Ideal sondern von Mensch zu Mensch unterschiedlich und daher auch unterschiedlich stark gewichtet.
Kurz Gesagt: Ideale sind für den Menschen da und nicht der Mensch für die Ideale ;-)
Man sollte diesen Spruch allerdings auch nicht als Entschuldigung dafür missbrauchen, jenes, was kostbar ist, vor der Zeit aufgegeben zu haben…
Wenn man es bereits frühzeitig aufgegeben hat kanns wohl nicht so kostbar sein, oder?
Außerdem haben wir ja noch den guten alten Friedrich Schiller:
http://celedyr.net/wohl-dem/
Da du gern weiterdiskutieren wolltest:
Dein Einwand auf meinen Kommentar, dass etwas ja nicht so wertvoll gewesen sein kann, wenn man es frühzeitig aufgegeben hat, ist nicht uneingeschränkt haltbar. Natürlich gibt es auch solche Fälle, in denen deine Vermutung zutrifft.
Aber es gibt auch oft genug Fälle, in denen Menschen ihre Ideale und Ziele nicht etwa deswegen zu früh aufgeben, weil sie ihnen nichts mehr wert sind, sondern weil Sachzwänge und menschliche Schwäche sie zur Aufgabe derselben nötigen. Der intrinsische Wert eines Ideals oder einer guten Sache existiert jedoch unabhängig von der fehlenden Beständigkeit und Hartnäckigkeit des agierenden Subjekts.
Es kommt auch immer auf die jeweilige Sache an, ob Machiavellis Spruch anwendbar ist oder nicht. Klar, wenn mein Haus abbrennt und ich sehe, dass ich es nicht mehr retten kann, sollte ich es aufgeben und das stürzende Gemäuer so schnell wie möglich verlassen; alles andere wäre durchaus nicht sehr weise. Ob es allerdings sehr weise wäre, frühzeitig damit aufzuhören, politischen Widerstand gegen eine menschenverachtende, von despotischen Strukturen geprägte Diktatur zu leisten, nur weil einen Hoffnungslosigkeit und Angst überkommt, das sei mal dahingestellt…..
Kurz gesagt: Machiavellis Position ist mir zu materialistisch und nicht idealistisch genug! :)
Ich bin einer guten Diskussion doch nie abgeneigt. ^_^
Ich würde dir darin wiedersprechen, dass Werte und Ideale intrinsisch sind. Denn diese werden, wie auch unsere Moralvorstellungen vom Zeitgeit beeinflußt und sind daher einer ständigen Wandlung unterzogen.
Nehmen wir zum Beispiel einmal die Gründerväter der USA. Größtenteils aufgeklärte, schlaue Menschen, welchen einen säkularen Staat auf den Prinzipien der Demokratie und Freiheit gegründet haben. Trotzdem hatte wohl jeder von ihnen seine eigene Sklaven. Und in der damaligen Zeit war das vollkommen normal und gesellschaftlich von allen Seiten akzeptiert.
Andere Beispiele wären zum Beispiel Thomas Henry Huxley oder Abraham Lincoln. Beide waren ihrer Zeit weit vorraus. Trotzdem wirken ihre Äußerungen auf uns heute sehr befremdlich. Letzterer hat z. B. 1858 in einer Diskussion mit Stephen A. Douglas gesagt:
Vgl. hierzu http://www.classic-literature.co.uk/american-authors/19th-century/abraham-lincoln/the-writings-of-abraham-lincoln-04/
Wahrscheinlich würde Abraham Lincoln entsetzt zurückschrecken, wäre er in unserer Zeit aufgewachsen und würde seine damaligen Ansichten nun lesen können.
Und so, wie unsere moralischen Prinzipien dem Zeitgeist unterworfen sind, sind es auch unsere anderen Werte und Ideale. Wenn diese Werte also veränderlich sind und nicht von Innen heraus festgeschrieben sondern von Mensch zu Mensch verschieden und auch innerhalb dieser veränderlich.
Um dein Beispiel aufzugreifen: Wenn jemand von seinem Wiederstand gegen eine despotische Diktatur abweicht mag das zwar als Ursache Angst und Hoffnungslosigkeit haben. Aber die treibende Kraft dahinter ist sicherlich der eigene Überlebenswille und vielleicht auch der Schutz der Familie. Diesen Idealen wird dann eine größere Wichtigkeit eingeräumt als beispielsweise der freien Meinungsäußerung. Nur ist die freie Meinungsäußerung kein festgeschriebenes Ideal sondern von Mensch zu Mensch unterschiedlich und daher auch unterschiedlich stark gewichtet.
Kurz Gesagt: Ideale sind für den Menschen da und nicht der Mensch für die Ideale ;-)