Einträge mit dem Tag: wirtschaft
Früher einmal war eine Finanz- und Wirtschaftskrise. Da kamen harte Zeiten auf uns alle zu und wir mussten zusammen halten. Denn wie es nun einmal so ist, sind Krisen bösartige Gebilde, die den Wohlstand aller bedrohen. Also müssen auch alle zusammen daran arbeiten, diese zu überwinden.
Heute sieht es jedoch anders aus. Heute ist eine zwar immer noch eine Finanz- und Wirtschaftskrise. Aber es ist auch Wahljahr. Und da sitzt das Geld des Staates bekanntlich besonders locker. Also halten wir auch nicht mehr zusammen sondern jeder kämpft für sich. Denn warum soll man als Unternehmer Verantwortung für seine eigene Misswirtschaft übernehmen, wenn man - so einfach wie noch nie - seine eigenen Mitarbeiter mobilisieren und dazu bewegen kann für Bürgschaften in Milliardenhöhe zu demonstrieren? Das bedroht zwar langfristig auch den Wohlstand aller. Aber der Mensch ist naturgemäß zu kurzsichtig und egoistisch um dies zu erkennen. Angesichts eines drohenden Arbeitsplatzverlustes und der Erkenntnis den rechtzeitigen Absprung nicht geschafft zu haben klammert er sich gerne an den letzten Strohhalm, der Rettung verspricht. Nur zu bedauerlich, dass dies die Politik ist. Denn da kommt bekanntlich nie etwas gutes heraus, wenn sich diese in die Wirtschaft einmischt.
Und die Liste der Bittsteller um die Milliarden des Staates ist lang. So zum Beispiel der Arcandor-Konzern mit seinen Karstadt-Warenhäusern. Dabei war er schon am Boden, als er noch Karstadt-Quelle AG heiß. Aber für eine teure Namensänderung im März 2007 hat das Geld anscheinend noch gerade so gereicht. Der Autozulieferer Schaeffler, der sich mit seiner Übernahme der wesentlich größeren Continental AG schlicht und ergreifend überhoben hat. Ähnlich erging es auch der Porsche AG, die in einem durch Übermut und Gier angestachelten Kraftakt versuchte die Volkswagen AG zu schlucken. Der Betriebsrat der Adam Opel AG schwelgt in Unabhängigkeitsträumen. Aber Besitzer ist immer noch General Motors. Und die werden ihr Tochterunternehmen ganz sicher nicht verschenken. Auch BMW hat bereits Interesse am staatlichen Goldesel Geldsegen gezeigt.
So könnte man die Liste noch munter weiter führen. Und sie wird täglich länger. Man könnte meinen, es gäbe kein einziges deutsches Unternehmen mehr, welches nicht auf Staatshilfe angewiesen wäre. Aber es gibt auch noch Gewerkschaften und Interessenverbände, welche etwas vom Kuchen ab haben wollen. Die Milchbauern fordern, der durch Überproduktion niedrige Milchpreis müsse durch Subventionen künstlich hoch gehalten. Mitarbeiter von Kindertagesstädten streiken: Offiziell für bessere Arbeitsbedingungen, inoffiziell für mehr Geld. Aber da der Tarifvertrag noch bis 2011 gültig ist, darf man es nicht so nennen.
Am Ende werden tatsächlich wieder Milliarden fließen. Das deuten bereits die Zankereien zwischen dem Kanzlerkandidaten der SPD Frank-Walter Steinmeier und dem CSU Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über eine mögliche Insolvenz von Opel an. Es wird wieder in die Abläufe der Wirtschaft eingegriffen werden, Chancen werden vertan, auf der sozialen Schiene herumgeritten und am Ende haben wir jede menge “gerettete” Philipp Holzmann AGs und teuer subventionierte Milch und Kindertagesstädten. Aber irgendwann muss das ganze auch bezahlt werden. Spätere Generationen, die sich mit dieser Schuldenlast herumplagen dürfen, werden sich sicherlich bedanken.
Ich habe Jörg inzwischen vorgeschlagen, er solle doch auch einfach mal einen Brief an die Bundesregierung schreiben. Schließlich ist er als Besitzer der Spielwut Unternehmer und ebenfalls von der Krise betroffen. Er können dann ja auch guten Gewissens jene Partei wählen, welche am Ende mehr Geld fließen lässt. Immerhin ist Wahljahr; da ist alles möglich.
Geschrieben am 29.05.09 um 12:27 Uhr in
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Natürlich stößt es bei vielen Menschen auf Unverständnis, dass Manager großer Konzerne und Banken beim Staat um Geld betteln. Das ist verständlich. Schließlich wurden in den vergangenen Jahren satte Gewinne eingefahren.
Allerdings ist das nur das Ergebnis eines ganz anderen Problems. Nämlich der Politik.
Das die Manager beim Staat die Hand aufhalten ist vollkommen rational und nachvollziehbar. Denn warum machen sie es? Die Antwort ist ganz einfach: Weil sie es können!
Ich sage nicht, dass es gut ist. Denn in einer freien Marktwirtschaft muss Misswirtschaft eines Unternehmens bestraft werden. Ein Unternehmen, welches nicht auf die Idee kommt für schlechte Zeiten Rücklagen zu bilden und sich auf Krisen (die es im Kapitalismus immer wieder gibt und die auch ihr gutes haben) vorzubereiten hat es nicht anders verdient als sang und klanglos unterzugehen. Egal, ob es sich dabei um die Deutsche Bank, General Motors oder den Metzger um die Ecke handelt.
Die Problematik besteht darin, dass die Politiker bereit sind, sich Wählerstimmen zu kaufen indem sie - möglichst Medienwirksam - versuchen irgendwelche Konzerne vor der Pleite zu retten. Wohin so etwas in der Regel führt sieht man an vielen Beispielen. So wie bei der Philipp Holzmann AG, um einmal eines beim Namen zu nenne.
Und Manager und Konzerne nehmen diese Möglichkeit des einfachen Geldsegens natürlich gerne in Anspruch, wenn sich die Gelegenheit bietet.
Und wenn ein Land erst einmal damit angefangen hat, müssen alle anderen nachziehen. Denn es wäre unverantwortlich würde Deutschland seine Automobilhersteller nicht genauso vor der Insolvenz schützen wie die USA oder andere Länder ihre heimische Autoindustrie. Der freie Wettbewerb, der normalerweise für das ausscheiden der “Schwächsten” sorgen würde ist ohnehin schon verzerrt. Weiterhin “fair play” an den Tag zu legen und auf die selbstregulierenden Kräfte der Marktwirtschaft zu hoffen bringt also ohnehin nichts mehr, da man nur das Nachsehen hätte.
Im Falle der Banken würde ich sogar von einer besonderen Ausnahme sprechen. Denn da so viele auf einmal betroffen sind würde ein unkontrolliertes Bankensterben die gesamte Volkswirtschaft in Mitleidenschaft ziehen, welche maßgeblich vom Finanzsektor abhängig ist.
Wenn ich mir allerdings anschaue, wie viele der betroffenen Banken bereits dem Staat gehören, ist es stark zu bezweifeln, dass eine Verstaatlichung von Banken der richtige Weg zur Rettung ist.
Das wirklich traurige ist, dass der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wahrscheinlich auch noch glaubt, was er so von sich gibt:
“Ich möchte, dass hier jeder Manager weiß, dass er nicht einfach in Amerika Entscheidungen treffen kann, die dann in Deutschland, in Europa, in Nordrhein-Westfalen geschluckt werden müssen.” [SPON]
Dabei wird es langsam Zeit, dass auch deutsche Politiker anfangen zu begreifen wie Weltwirtschaft, Globalisierung und freie Marktwirtschaft funktionieren.
Geschrieben am 17.02.09 um 16:03 Uhr in
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Der junge Chuck will mit einer eigenen Ranch reich werden. Als Anfang kauft er einem Farmer ein Pferd ab. Er übergibt dem Farmer seine ganzen 100 Dollar und dieser verspricht, ihm das Pferd am nächsten Tag zu liefern.
Am nächsten Tag kommt der Farmer vorbei und teilt Chuck eine schlechte Nachricht mit: “Es tut mir leid, Kleiner, aber das Tier ist in der Nacht tot umgefallen.” Meint Chuck: “Kein Problem. Gib mir einfach mein Geld zurück. “Geht nicht”, eröffnet ihm der Farmer. “Ich habe das Geld gestern bereits für Dünger ausgegeben.”
Chuck überlegt kurz. “Na dann”, fängt er an, “nehme ich das tote Biest trotzdem.”
“Wozu denn?” fragt der Farmer.
“Ich will es verlosen”, erklärt ihm Chuck. “Du kannst doch kein totes Pferd verlosen!”, staunt der Farmer. Doch Chuck antwortet: “Kein Problem! Ich erzähl’ einfach keinem, dass es schon tot ist…”
Monate später laufen sich Chuck - fein in Anzug und schicken Schuhen - und der Farmer in der Stadt über den Weg. Fragt der Farmer: “Chuck! Wie lief’s denn mit der Verlosung des Pferde-Kadavers?”
“Spitze”, erzählt ihm Chuck. “Ich habe über 500 Lose zu je 2 Dollar verkauft und meine ersten 1.000 Dollar Profit gemacht.”
“Ja… gab’s denn keine Reklamationen?”
“Doch - vom Gewinner”, sagt Chuck. “Dem habe ich dann einfach seine 2 Dollar zurückgegeben.”
Heute verkauft Chuck strukturierte Finanzprodukte.
Endlich begreif ich, wie der Finanzmarkt funktioniert :-)
Geschrieben am 05.02.09 um 8:40 Uhr in
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2009 ist “Superwahljahr” in der Bundesrepublik Deutschland. Nachdem breits Hessen gewählt hat folgen noch vier weitere Landtagswahlen (Brandenburg, Saarland, Sachsen und Thüringen), acht Kommunalwahlen, die Bundestagswahl, die Wahl zum Bundespräsidenten und die Europawahl. Kein Wunder also, dass die Wahlkampfmaschinerien der Parteien bereits seit geraumer Zeit auf Hochdruck laufen. Bedauerlich ist nur, dass dadurch immer mehr die politischen Entscheidungen beeinflusst werden. So hat sich die große Koalition in der immer wieder aufkeimenden Debatte über Managergehälter eine schöne, populistische Kampagne ausgedacht um beim vom Neid zerfressenen Prekariat auf Stimmenfang zu gehen. Dabei ist das Ziel, die Gehälter der bösen, gierigen Manager zu beschränken.
Naturgemäß stoßen solche Initiativen auf ziemlich große Zustimmung der üblichen Neider und Habenichtse. Dabei haben diese - genauso wenig wie die Politiker - ein Recht über die Gehälter oder Bonuszahlungen von Managern zu entscheiden. Dies obliegt einzig und alleine den Besitzern eines Unternehmens. Und das sind nun mal die Aktionäre. Wer also keine Aktien eines großen Unternehmens besitzt, der soll gefälligst welche kaufen und zur Hauptversammlung gehen oder einfach ruhig sein.
Denn wir haben immer noch eine Marktwirtschaft. Und es obliegt den Besitzern eines Unternehmens zu bestimmen, wie viel ihnen ihre leitenden Angestellten wert sind und sonst niemandem. Nicht den Gewerkschaften, nicht anderen Leuten und erst recht nicht dem Staat.
Dabei sollten vor allem die Politiker, welche als einzige Bürger BRD in der Lage sind ihre Gehälter (Diäten) selbst festzulegen, mal schön die Füße stillhalten. Ich kann mich noch sehr gut an die letzte Diätenerhöhung des Bundestages um fast 10% erinnern. Wodurch ein Abgeordneter nun 7668 Euro “Entschädigung” pro Monat erhält. Diese “Entschädigung” wird zwar versteuert. Aber zusätzlich erhält jeder Abgeordnete monatlich eine steuerfreie Kostenpauschale von 3417 Euro, welche jährlich an die Lebenserhaltungskosten angepasst wird.
Von zusätzlichen Vergütungen wie der kostenfreien Nutzung von Bahn, Lufthansa und Fahrzeugen der Bundestagsverwaltung für Dienstreisen, einer Altersentschädigung und Übergangsgeld nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag, ganz abgesehen.
Dabei fragt man sich sofort, wer sich so ein System ausgedacht hat, bei dem sich Politiker selbst ihr Gehalt festlegen können. So etwas muss doch unweigerlich zum Scheitern verurteilt sein.
Geschrieben am 30.01.09 um 9:22 Uhr in
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