Laut mehrerer Quellen handelt es sich bei Martyrs um einen Horrorfilm. Ich habe also einen guten, europäischen Horrorfilm im Stil von [Rec] erwartet. Was auch äußerst viel versprechend anfängt entpuppt sich ab der Mitte des Films allerdings nicht als Horrorfilm sondern als Psycho-Thriller, der sich vor allem zu einem Martyrium für die Psyche der Zuschauer entwickelt. So werden die Folterszenen immer brutaler und abstoßender. Mit dem Ergebnis, dass man sich am Ende fragt, warum man sich diesen Film eigentlich angetan hat. Im Nachhinein betrachtet hätte ich auch sehr gut darauf verzichten können.

Ein junges, völlig verstörtes Mädchen wird von der Polizei aufgegriffen. Sie ist vollkommen verdreckt, halb verhungert, dehydriert und war offensichtlich körperlicher Gewalt ausgesetzt. Wie sich herausstellt wurde dieses in einem alten Schlachthof gefangen gehalten. Die Gründe bleiben allerdings im Dunkeln und auch die Drahtzieher können nicht ausfindig gemacht werden. Das Mädchen (Lucie) wird in ein Waisenhaus gebracht, wo sie sich mit Anna anfreundet. Sie erzählt Anna, dass sie von einer merkwürdigen Kreatur verfolgt und verletzt wird.
15 Jahre später. Eine vierköpfige Familie sitzt gemütlich beim Frühstück. Doch Lucie (Mylène Jampanoï) stört die Idylle. Sie töten erst die beiden Elternteile und anschließend die beiden Kindern mit einer doppelläufigen Schrotflinte. Danach ruft sie Anna (Morjana Alaoui) an und berichtet ihr, dass sie “SIE” gefunden hätte und was sie getan hat. Anschließend wird sie von einer merkwürdigen, nackten, deformierten Kreatur angegriffen.
Im Laufe des Films stellt sich heraus, dass diese Kreatur nur eine Einbildung Lucies ist, welche aus dem traumatischen Ereignissen ihrer Flucht resultiert. Nachdem sich Lucien das Leben genommen hat findet Anna in dem Haus zufällig den Zugang zu einem versteckten Folterkeller. Dort findet sie die Kreatur aus Luciens Vergangenheit, welche all die Jahre eingesperrt war und gequält wurde. Früher ebenfalls ein Mädchen ist dieses körperlich wie seelisch gebrochen und degeneriert. Anna befreit sie und versucht sie medizinisch zu versorgen.
Da sich Anna immer noch in dem Haus der Familie aufhält wird sie von einer Gruppe Bewaffneter überrascht und gefangen genommen. Eine alte Dame erscheint und klärt Anna über den Zweck dieser Experimente auf. Nämlich zu erfahren, was die Menschen nach dem Tod erwartet. Aus diesem Grund werden seit Jahren Menschen gequält um sie dem Märtyrertod auszusetzen.
So wird Anna ihr nächstes Opfer, welches unbeschreibliche Qualen erdulden muss. Wird ihr die Flucht gelingen oder werden ihre Foltermeister gar ihr Ziel erreichen?

Llewelyn Moss (Josh Brolin) kommt zufälligerweise an den Ort einer wilden Schießerei. Offensichtlich ist der Drogendeal zwischen irgendwelchen Gangstern gründlich in die Hose gegangen. Er findet nur einen schwerverletzten Überlebenen, läßt diesen jedoch zurück und bringt einen Koffer voller Geld in seinem Besitz. In der Nacht plagt ihn dann sein schlechtes Gewissen, was ihn dazu veranlaßt zurück zu fahren um ihm etwas Wasser zu bringen. Jedoch tauchen mexikanische Verbrecher auf, welche kurzerhand Jagd auf ihn machen. Er kann entkommen, weiß jedoch das nicht nur sein Leben sondern auch das seiner Frau in Gefahr ist. So schickt er sie zu ihrer Mutter und versucht selbst mit dem Geld zu entkommen.
Neben den Mexikanern hat Moss jedoch die Rechnung ohne die eigentlichen Besitzer des Koffers gemacht. Diese setzen den wahnsinnigen Auftragsmörder Anton Chigurh (Javier Bardem) auf ihn an und statten ihn sogar mit einem Peilgerät aus, mit dem er den Koffer aufspühren kann. So Beginnt die skrupellose Jagd auf Llewelyn Moss.
Schließlich wird auch noch die Polizei in Form von Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones) auf das Ganze Aufmerksam. Der Sheriff ahnt, dass sich Llewelyn Moss in ernsten Schwierigkeiten befindet und versucht ihm zu helfen. Da jedoch niemand weiß, wo sich dieser aufhält bleibt ihm nichts anderes übrig als der blutigen Spur Anton Chigurhs zu folgen.
Wie paranoid kann man sein, wenn man mit einem Koffer voller Geld vor einem Haufen Verbrecher, allen vorran einem wahnsinnigen Killer, flüchtet? Wahrscheinlich nicht paranoid genug! Das ist nur eine der vielen Schlussfolgerungen und Überlegungen, denen das Publikum am Ende des Films ausgesetzt wird. Teils irritieren und verstörend ist es am Ende jedoch jedem selbst überlassen, über No Country for Old Men nachzudenken und dessen Botschaft(en) zu interpretieren.
Bei diesem Film stimmt einfach alles. Er ist voller Spannung, schwarzem Humor, Action und charismatischen Charakteren. Die Kameraführung und der Soundtrack sind erstklassig und ein Kinobesuch sehr empfehlenswert um die Atmosphäre des Films zu übertragen.
Mit No Country for Old Men haben Ethan und Joel Coen wieder ein filmisches Meisterwerk abgeliefert welches ihrem Film The Big Lebowski in nichts nachsteht.
Anna Khitrova (Naomi Watts) arbeitet als Krankenschwester in einem Londoner Krankenhaus. Eines Tages wird ein blutüberströmtes, schwangeres, junges Mädchen eingeliefert. Zwar gelingt es den Ärzten das Kind zu retten. Doch die Mutter stirbt bei der Geburt. Einziger Anhaltspunkt auf die Identität der Mutter ist ein kleines Tagebuch. Mit diesem versucht Anna, in der Hoffnung mögliche Verwandte ausfindig zu machen, Nachforschungen anzustellen. Da dieses jedoch in russisch verfasst ist, ist Anna nicht in der Lage es zu lesen. Sie findet jedoch die Visitenkarte eines russischen Restaurants und beschließt, dieses aufzusuchen.
Der Besitzer ist ein älterer Herr namens Semyon (Armin Mueller-Stahl), der sich bereiterklärt das Tagebuch zu übersetzen, weshlab er von ihr Kopien der Tagebuchseiten erhält. Anschließend wendet er sich an Anna und bittet sie, ihm das Tagebuch auszuhändigen, da dieses seinen Sohn Kirill (Vincent Cassel) belasten würde. Inzwischen hat jedoch auch Annas russischer Onkel Stepan (Jerzy Skolimowski) angefangen, dieses zu lesen und ist dabei auf schreckliches gestoßen.
Wie sich nämlich herausstellt war die junge Mutter gerade einmal 14 Jahre alt und in der Gewalt der russischen Maffia, dessen Oberhaupt Semyon selbst ist. So gerät Anna in einen Strudel der Gewalt und der verworrenen Machtverhältnisse innerhalb der Mafia…
Für alle - wahrscheinlich hauptsächlich weiblichen - Fans von Viggo Mortensen aka Aragorn aus Herr der Ringe sei erwähnt, dass der Film über eine ausgedehnte Sauna-Kampfszene verfügt, in der man wirklich alles sieht.
Grundsätzlich würde ich sagen, dass Tödliche Versprechen gut ist. Er hat einige sehr gute Höhepunkte und kann die Spannung kontinuierlich halten. Leider schwächt er am Ende sehr stark ab und man erwartet einfach mehr. Dabei wird mit Blut und brutalen Bildern nicht gegeizt.
Die Besetzung ist sehr gut. Neben Armin Mueller-Stahl glänzen vorallem Vincent Cassel und Viggo Mortensen in ihren Rollen als russische Gangster. Lediglich der Charaktär der Anna wirkt irgendwie hohl und es mutet sehr unrealistisch an, wenn diese vor Semyon Restaurant, auf offener Straße, gegen den Mafiaboss persönlich wettert.
Mein fazit: Tödliche Versprechen ist durchaus sehenswert ist. Aber nicht unbedingt auf der Kinoleinwand.

Reservoir Dogs ist der erste Film von Quentin Tarantino, der es auf die Kinoleinwand geschafft hat. Schon öfter habe ich gehört, dass er auch sein Bester sein soll. Nun kam ich endlich in den Genuss, den Film zu sehen und diese Behauptung zu prüfen.
Joe Cabot (Lawrence Tierney) hat sich eine Gruppe von sechs Gangstern zusammengesucht, welche sich gegenseitig nicht kennen und für ihn einen Juwelenraub durchführen sollen. Bei diesem geht jedoch so einiges Schief. Als die Überlebenden beim vereinbarten Treffpunkt ankommen liegen die Nerven blank und jeder verdächtigt die anderen, potenzielle Verräter zu sein.
Während Mr. White (Harvey Keitel) und Mr. Pink (Steve Buscemi) sich streiten droht Mr. Orange (Tim Roth), welcher angeschossen wurde, zu verbluten. Unerwartet taucht Mr. Blonde (Michael Madsen) auf, welcher einen Polizisten als Geisel genommen hat und erhofft von ihm die nötige Antwort auf die Frage, wer sie bei der Polizei verpfiffen hat, zu bekommen. Doch auch Joe Cabot und sein Sohn “Nice Guy” Eddie Cabot (Chris Penn), welche mit dem Verlauf der gesamten Operation alles andere als zufrieden sind, sind bereits auf dem Weg in das Versteck.
Wie man es von Tarantino gewohnt ist überzeugt der Film mit einer rasanten Kameraführung, guten Schnittsequenzen und einer unortodoxen Zeitlinie. So wird die Planung und die Flucht der Gangsterbande ausschließlich in Rückblenden behandelt während dauernd wieder in die Gegenwart zurückgesprungen wird. Der eigentliche Überfall wird dagegen überhaupt nicht gezeigt.
Der Soundtrack fügt sich bei seiner teilweisen Gegensätzlichkeit der 70er Jahre Klängen zu den gezeigten Bildern unglaublich gut in den Film ein und untermahlt die Stimmung ungemein. Dabei unterstützt er, die zum Teil sehr witzigen Dialoge.
Reservoir Dogs ist sicherlich ein sehr guter Film. Trotzdem bin ich persönlich einfach der Meinung, dass Pulp Fiction sowohl stilistisch als auch vom Handlungsbogen her besser ist und würde daher das Prädikat “Beser Film von Quentin Tarantino” nicht vergeben.