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Religulous

Es ist Osterzeit. Also eine Zeit, in der man medial von christlichen Filmen, Jesus Dokumentationen und historisch inspirierten Spielfilmen wie Spartakus oder Ben Hur bombardiert wird. Will man dem entgehen, bleibt einem nichts anderes übrig als das TV Gerät ausgeschaltet zu lassen.

Aber es ist auch die ideale Zeit, um sich den Dokumentarfilm Religulous (oder alternativ Das Leben des Brian) anzuschauen. In diesem reist der US-Amerikanische Komiker Bill Maher um die halbe Welt (Salt Lake City, Amsterdam, Jerusalem, London, Vatikan Stadt, etc.) um sich mit den verschiedensten Menschen (einer Gruppe Trucker, einem antizionistischen Rabbi, schwulen Moslems, einem US-Senator, etc.) über ihren Glauben und die Religion zu unterhalten.

Religulous

Ich hoffe sehr, dass der Film bei uns in die Kinos kommt. Denn seit Michael Moores Bowling for Columbine hat es keinen so guten, kinowürdigen Dokumentarfilm mehr gegeben. Ich würde sogar sagen, dass der Film Moores Format noch übertrifft. Dabei betrachtet er das Thema weder von einem Wissenschaftlichen Standpunkt wie ein Richard Dawkins es machen würde noch geht er so taktlos und plump vor wie ein Michael Moore. Ganz im Gegenteil! Durch seine freundliche und ungezwungene Art Fragen zu stellen und Dialoge zu führen wirkt er von Anfang an sympathisch und weder beleidigend noch provozierend.

Wenn man zum ersten mal von Religulous hört könnte man meinen, dass es darum geht die Religionen zu verarschen. Aber das der Film so furchtbar humoristisch ist liegt im Großen und Ganzen an den Antworten der verschiedenen Leute. Und nicht daran, dass Maher zwanghaft versucht die Religion durch den Kakau zu ziehen. Dafür sorgen ihre Fürsprecher schon zu genüge.
Eine meiner Lieblingsstellen ist beispielsweise die, wenn Senator Mark Pryor dämmert, dass er gerade etwas entsetzlich dummes gemacht hat, als er sagte:

“You don’t have to pass an IQ test to be in the Senate”

– Mark Pryor, Senator des US Bundesstaates Arkansas

Man kann sogar die genaue Sekunde erkennen, wo ihm die Erkenntnis dämmert, dass er das besser nicht gesagt hätte.

Religulous

Der Rundumschlag gegen die Religion, der sich nicht nur gegen die in dem Film aufgegriffenen richtet, hat nicht das Ziel die Religion ins lächerliche zu ziehen. Vielmehr soll der Film wachrütteln und zum Nachdenken anregen. Und richtet sich somit vor allem an rationalen, nicht religiösen Menschen und diese, welche im Allgemeinen als “gemäßigte Gläubige” bezeichnet werden könnten. Daher schlägt Maher gegen Ende auch ernstere Töne an.

Grundsätzlich ist Religulous ein Muss für jedern, der keine Angst davor hat, sich auch einmal kritisch mit dem Thema Religion auseinanderzusetzen. Und bekommt von mir das Prädikat: Besonders Wertvoll!