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Avenue Q

Muppet Show und Sesamstraße für Erwachsene. Genau das ist Avenue Q. Ein äußert erfolgreiches Musical aus den USA, welches ernste Themen wie Rassismus, Sex, Pornographie oder Homosexualität auf äußert humorvolle Art und Weise behandelt. Dabei findet die Interaktion immer direkt zwischen den Puppen und Schauspielern statt und nicht mit den Puppenspielern.

Avenue Q

Das Musical spielt in der fiktiven Straße Avenue Q in Manhattan, New York und handelt vom Leben ihrer Bewohner.
Da wäre Princeton, der gerade seinen College-Abschluss gemacht hat, nun eine Wohnung sucht und nun nicht genau weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Kate Monster, eine Kindergärtnerin, welche sich nach einer Beziehung sehnt und gerne eine Monsterschule eröffnen würde. Nicky und Rod, welche in einer WG wohnen und sich andauernd gegenseitig auf die Nerven gehen. Rod ist offensichtlich schwul, bringt es jedoch nicht übers Herz, sich zu outen. Brian, ein arbeitsloser Comedian. Trekkie Monster, der die meiste Zeit im Internet Pornos schaut. Christmas Eve, eine japanische Therapeutin ohne Kunden. Und der ehemalige Kinderstar Gary Coleman, der jetzt als Hausmeister arbeitet.

Brian, Gary Coleman und Christmas Eve sind die einzigen menschlichen Charaktere. Alle anderen und die weiteren Nebenrollen - wie z. B. die süß und unschuldig aussehenden Bad Idea Bears, welche die Leute zu schlechten Taten anstiften - werden durch Handpuppen repräsentiert.

Alles in allem ist das Musical einfach nur als genial zu bezeichnen. Ich hoffe, dass ich irgendwann die Gelegenheit haben werde, es mir im englischen Original live anzusehen. Anbieten würde sich die Aufführung in London. Gegenüber einer deutschen Adaption bin ich hingegen sehr skeptisch. Bis dahin spreche ich dem Soundtrack von Avenue Q ich meine ausdrückliche Empfehlung aus.

Avenue Q

01. The Avenue Q Theme
02. What Do You Do with a B.A. in English? / It Sucks To Be Me
03. If You Were Gay
04. Purpose
05. Everyone’s A Little Bit Racist
06. The Internet Is For Porn
07. Mix Tape
08. I’m Not Wearing Underwear Today
09. Special
10. You Can Be as Loud as the Hell You Want (When You’re Makin’ Love)
11. Fantasies Come True
12. My Girlfriend, Who Lives in Canada
13. There’s a Fine, Fine Line
14. There Is Life Outside Your Apartment
15. The More You Ruv Someone
16. Schadenfreude
17. I Wish I Could Go Back to College
18. The Money Song
19. School for Monsters / The Money Song (Reprise)
20. There’s a Fine, Fine Line (Reprise) / What Do You Do with a B.A. in English? (Reprise)
21. For Now

Berlin

Ganz pauschal auf den Punkt gebracht könnte man sagen, ich mag Berlin nicht. Und das hat viele Gründe. So ist mir die Notwendigkeit eines Umzuges der Bundesregierung von Bonn nach Berlin immer noch ein Rätsel. Okay, selbst Altbundeskanzler Hemut Schmidt hat über Bonn gesagt: “Als deutsche Hauptstadt ein trauriger Witz, aber Realität.” Aber wenn es den Politikern in Bonn zu provinziell war, warum ausgerechnet ein Umzug nach Berlin? Warum nicht nach Hamburg oder München?

Klaus Wowereit sagt über Berlin: “Berlin ist arm, aber sexy.”
Was ist denn bitte an Armut und einem maroden Haushalt sexy? Eine Stadt, die sich mit Metropolen wie New York, London oder Paris vergleichen möchte versinkt in den Schulden, bekommt ihre Geldprobleme nicht in den Griff, feiert trotzdem eine Party nach der anderen und versucht dann (zum Glück vergeblich) den Bund zur Zahlung der Schulden zu treiben. Und wenn es dann mal wirklich einmalige, internationale Großveranstaltungen gibt (Stichwort: Loveparade), dann ist man doch wieder so provinziell und ekelt diese aus der Stadt. Das da etwas gewaltig zum Himmel stinkt - in Berlin - hatte breits 1908 Frank Wedekind erkannt: “Berlin ist eben keine Stadt, sondern ein trauriger Notbehelf, Berlin ist ein Conglomerat von Kalamitäten.”

Die Brandenburger hatten schon recht, als sie 1996 bei dem Volksentscheid gegen eine Zusammenlegung der beiden Bundesländer zu einem “Berlin-Brandenburg” votiert haben. Das einleuchtendste Argument war damals, dass sich sonst in Zukunft alles nurnoch in Berlin abspielen und das Umland vernachlässigt werden würde. Was auch passiert wäre, wie man immer noch sieht.
Seit der Wiedervereinigung herrscht ein unglaublicher Berlin-Hype der zu einer enormen zentralisierung führt. Warum sind so viele Fernsesender von Köln nach Berlin umgezogen? Warum musste die Deutsche Bahn ihre Zentrale 1997 nach Berlin verlegen? Und warum konnte der Bundesnachrichtendienst nicht einfach nur in Pullach bleiben? Hat jeder Angst etwas zu verpassen, wenn er nicht in Berlin ist? Dabei wird das große Geld innerhalb Deutschlands immer noch woanders, nur nicht in Berlin verdient. Und Deutschland ist rund 60 Jahre sehr gut ohne Berlin als Hauptstadt ausgekommen.
Der neuste Auswuchs dieses Wahns ist, dass der Deutsche Fußball-Bund beschlossen hat, dass die Deutsche Nationalmannschaft nach der Europameisterschaft mit ihren Fans in Berlin feiert. Ein Novum, da die Deutsche Elf bis dato traditionell auf dem Frankfurter Römerberg - wie etwa 2002 nach dem Weltmeisterschaftsfinale von Yokohama gegen Brasilien - bejubelt wurde.

Was viele Berliner anbelangt, so ist die Kombination aus einem arroganten “Wir sind Hauptsadt”-Stolz in Verbindung mit einem Horizont von 900 km² eine furchbare Mischung. Es wird wohl noch etwas dauern, bis auch der letzte bemerkt hat, dass der Zug Berlin bereits abgefahren ist. Denn wie Uwe Göllner bereits richtig erkannt hat: “Die europäische Geschichte läuft gegen Berlin. Die POLITISCHE MUSIK DER ZUKUNFT spielt in Brüssel.”