Cold War: CIA vs. KGB von Fantasy Flight Games ist ein schnelles, einfaches Kartenspiel für 2 Spieler. Wobei die Spieler einen der beiden großen Geheimdienste des Kalten Krieges repräsentieren.
Jede Runde wird ein Ziel aufgedeckt, welches es unter seine Kontrolle zu bringen gilt um dessen Punkte zu bekommen. Dies ist entweder ein Land (z. B. Kuba) oder ein Ereignis (z. B. die Olympischen Spiele), welches zwar weniger Punkte bringt, dafür aber für eine besondere Aktion - wie etwa das Zurückholen eines ausgeschalteten Agenten - geopfert werden kann. Nach dem Aufdecken des Spiels wählt jeder Spieler geheim einen Agenten aus, welcher eingesetzt werden soll.
Um das Ziel zu kontrollieren werden in der Einflußphase Karten vom Gruppenstapel aufgedeckt, welche jeweils einen Einflußwert und eine besondere Aktion (je nach Gruppenart) besitzen, die einmal aktiviert werden kann. Der Clou an der Sache ist, dass man vorher nicht weiß, wie viele Einflußpunkte eine Karte hat und man das Ziel verliert, wenn man am Ende der Phase mehr Einflußpunkte eingesetzt hat als das Ziel zulässt.
Gruppenarten:
Militärisch: Erlaubt das Zerstören einer Gruppe (außer sich selbst).
Politisch: Erlaubt das Verschieben einer Gruppe zwischen den Spielern. Wobei man seinem Gegner keine Gruppe geben darf, die seinen Einfluß über den Einflußwert des Ziels erhöhen würde.
Ökonomisch: Erlaubt das Aktivieren einer Gruppe (ohne die Aktion auszulösen) oder das wiederherstellen einer Gruppe, welche bereits aktiviert wurde. Kann nicht auf andere ökonomische Gruppen angewendet werden.
Medial: Erlaubt das Anschauen der obersten Karte des Gruppenstapels, welche dann entweder abgeworfen, ausgespielt oder zurückgelegt werden muss.

Nachdem beide Spieler hintereinander gepasst haben endet die Einflußphase und es wird überprüft, wer das Ziel erreichen konnte bzw. wer am meisten Einflußpunkte besitzt. Sollte ein Spieler das Ziel überreizt haben gewinnt sein Gegner automatisch das Ziel und sein Agent wird ausgeschaltet und kann für das restliche Spiel nicht mehr eingesetzt werden. Sollten beide Spieler zu viele Einflußpunkte besitzen werden sogar beide Agenten ausgeschaltet und das Ziel unter den Ziel-Stapel gelegt. Das Erreichen des Ziels wird mit einem CIA- bzw. KGB-Chip gekennzeichnet.
Anschließend werden die Agenten aufgedeckt und ihre Aktionen der Initiative nach abgearbeitet. So kann es z. B. sein, dass der KGB-Spieler das Ziel erreicht hat und es an den CIA-Spieler abgeben muss, weil dieser seinen Meisterspion (Initiative 1) eingesetzt hatte. Anschließend wird dieser Meisterspion von dem KGB-Attentäter (Initiative 5) ausgeschaltet (das Ziel wurde immer noch vom KGB-Spieler erreicht. Auch, wenn er es anschließend an den CIA-Spieler abgegeben hat).
Sofern nicht ausgeschaltet und somit aus dem Spiel genommen werden die eingesetzen Agenten eine Runde in den Urlaub geschickt und die nächste Spielrunde beginnt. Die Seite, welche zuerst 100 Punkte hat gewinnt das Spiel.
Agentenarten:
Der Meisterspion (Initiative 1): Wenn der Gegner das Ziel erreicht hat muss er es sofort an den Spieler angeben. Wenn jedoch der Spieler das Ziel erreicht hat, muss er es an seinen Gegner geben.
Der stellvertretende Direktor (Initiative 2): Dieser Agent kann nicht ausgeschaltet werden.
Der Doppelagent (Initiative 3): Der Spieler kann einen gegnerischen Agenten auswählen und eine Runde in den Urlaub schicken oder der Gegner muss in der nächsten Runde seinen Agenten offen ausspielen.
Der Analyst (Initiative 4): Der Spieler darf in der nächsten Runde, vor dem Ausspielen der Agenten, die obersten drei Gruppenkarten anschauen und in beliebiger Reihenfolge wieder auf den Stapel legen.
Der Attentäter (Initiative 5): Sollte der Spieler das Ziel erreicht haben wird der gegnerische Agent ausgeschaltet und das Ziel unter den Ziel-Stapel gelegt.
Der Direktor (Initiative 6): Sollte der Spieler das Ziel erreicht haben darf er sich zusätzlich das unterste Ziel aus dem Ziel-Stapel nehmen.
Bei Cold War: CIA vs. KGB handelt es sich um ein Spiel mit schönen Bluff- und Black Jack-Elementen, welche das Spiel interessant und abwechslungsreich gestalten. Denn welchen Agent wird mein Gegner wohl gespielt haben? Den Attentäter um meinen Agenten zu töten? Oder doch den Meisterspion um mir das Ziel am Ende wegzuschnappen? Und wenn man selbst den Meisterspion gespielt hat versucht man ja das Ziel nicht zu erreichen. Was manchmal schwerer ist, als man denkt. Denn man will ja keinen Verdacht bei seinem Gegner hervorrufen.
Das zufällige Ziehen der Karten macht das Spiel stark Glücksabhängig und sollte daher gut abgewogen werden. Schließlich könnte man einen Agenten verlieren, sollte man zu viele Einflußpunkte sammeln. Auf der anderen Seite helfen die Aktionen der Karten den Glücksfaktor etwas abzuschwächen. So kann man mittels einer Militärkarte auch eigene Karten zerstören und damit wieder unter die Grenze an anzusetzenden Einflußpunkten kommen. Beschränkt wird das ganze nur durch die vom Ziel definierte maximale Kartenanzahl, die man vor sich ausgespielt haben darf.
Die Spielutensilien sind okay und es wurde an alles Gedacht. Sogar 2 Glassteine um die erreichten Punkte auf einer Karte zu markieren. Besonders die 3 Spielchips sind von hoher Qualität und schön anzusehen.
Mein Fazit ist, dass das Spiel nichts für Leute ist, welche den Glücksfaktor bei Spielen ablehnen. Für alle anderen ist es jedoch ein sehr unterhaltsames Spiel für zwischendurch.
Edit: Inzwischen ist das Spiel auch auf Deutsch als Kalter Krieg: CIA vs. KGB bei Pro Ludo erschienen.

Name: Marc













