恐怖体感 呪怨
Kyōfu Taikan: Juon (Sensation of Fear: Curse Grudge) ist in Europa von Rising Star Games unter dem Titel Ju-On: The Grudge - A Fright Simulator veröffentlicht worden. Das Horrorspiel orientiert sich dabei Thematisch an der japanischen Filmvorlage, welche ab 2004 als The Grudge vom amerikanischen Kino verwurstet wurde. Die Filme zu kennen hilft zwar die Story besser zu verstehen. Hat im eigentlichen Spiel aber keine Bedeutung.

Es wird gesagt, dass wenn jemand mit einem tiefen, brennenden Groll stirbt, ein Fluch geboren wird. Als eine Hausfrau in Nerima (練馬区) auf grausige Weise ermordet wurde, entstand ein sehr mächtiger Fluch, der unglaublich schnell tötete. Wer das Haus betritt oder Umgang mit jemanden hat, der bereits vom Fluch heimgesucht wird, wird ebenfalls “infiziert”.
Die Yamada Familie zieht in das Saeki-Haus aus den Ju-On und The Grudge Filmen. Dadurch geraten alle in Lebensgefahr und jeder muss sich seiner individuellen Herausforderung stellen um dem Fluch zu entgehen.
Das Spiel besteht aus 4 Episoden. Wobei jede Episode die Erlebnisse eines der Familienmitglieder repräsentiert. Eine 5. Episode kann durch das Einsammeln von Gegenständen in den anderen freigeschaltet werden kann:
- 1. Verfallene Fabrik: Erkias folgt ihrem davongelaufenen Hund auf das Gelände einer alten Fabrik um ihn wieder einzufangen.
- 2. Verlassenes Krankenhaus: Michio - Erikas Mutter - liegt seit einigen Monaten im Krankenhaus und wird dort regelmäßig von ihrer Familie besucht. Eines Tages wacht sie auf und bemerkt einen kleinen Jungen (Toshio Saeki) herumlaufen. Das Telefon klingelt und sie scheint weit und breit der einzige Mensch zu sein…
- 3. Heruntergekommenes Apartment: Kenji, Lieferjunge und der Bruder von Erika soll ein Paket zu einem alten Apartment-Komplex liefern.
- 4. Bürogebäude: Der Vater der Familie - Hiroshi - ist Wachmann. In der Nachtschicht bemerkt er erst eine Person an einer Sicherheitskamera vorbei gehen. Anschließend fällt der Strom aus.
- 5. Das verfluchte Haus (muss frei gespielt werden): Erika hat es bis nach Hause geschafft. Sie will zu ihrer Familie. Doch statt dessen erwartet sie nur das Grauen.

Ju-On ist kein herkömmliches Survival-Horror Spiel. Das Projekt war von Anfang an als Horror-Simulation ausgelegt. Leider verfehlt das Spiel auch diesen Ansatz. Die Events sind fest gescripted, was dazu führt, dass das Spiel quasi keinen Wiederspielwert hat. Zwar bietet die Möglichkeit, dass ein 2. Spieler zufällige “Schockmomente” auslösen kann etwas Abwechslung. Jedoch verdienen diese ihren Namen kaum, da es zu wenige sind und man sich so schnell daran gewöhnt, dass man sie nur noch als störend und nicht als erschreckend empfindet. Hinzu kommt eine extrem kurze Spielzeit und eine Furchtbare Steuerung:
Die Wiimote als Taschenlampe zu benutzen hat sich schon oft bewährt. Aber warum muss man sich umständlich mit dem B-Knopf nach vorne und dem Steuerkreuz nach hinten bewegen? Der Nunchuck wäre wesentlich komfortabler gewesen. Sowieso ist das Laufen irgendwie eine Qual. Man kann nur durch die Gegend schleichen und fragt sich, warum in dem Spiel kein Mensch normal laufen oder rennen kann. Zumal man ständig unter Zeitdruck steht, da man immer neue Batterien für seine Taschenlampe suchen muss.
Der größte und ausschlaggebende Kritikpunkt sind die Schockeffekte. Ich bin wirklich ein Fan von japanischem Horror. Aber was die Entwickler hier abgeliefert haben ist echt nicht berauschend. Ich verlange keine Blutorgien wie in amerikanischen Filmen und Spielen. Aber die Atmosphäre muss einfach stimmen. Und das ist bei Ju-On leider nicht der Fall. Die langweiligsten stellen sind, wenn man dem Fluch (d. h. Kayako und Toshio) direkt begegnet und beginnt die Wiimote wild zu schütteln. Die dezenten, einen erschreckenden Momente, für die der japanische Horror bekannt ist, gibt es zwar auch. Aber leider zu selten.
Alles in allem bin ich von Ju-On sehr enttäuscht und hätte wesentlich mehr von diesem ambitionierten Projekt erwartet. Wer es ausprobieren will kann es sich ja für einen Abend aus einer Videothek ausleihen. Einen Kauf ist es jedoch nicht wert.

Tags: horror, ju-on, rising star games, wii













