Rapture
Angesichts des Abwurfs der Atombomben im August 1945 über Japan und den aufkeimenden Spannungen zwischen Ost und West, rechnet der exzentrische und chraismatische Milliardär und Großindustrielle Andrew Ryan mit dem schlimmsten: Einem nuklearen Holocaust, der die menschliche Zivilisation vernichten wird.
Allerdings hat er einen fantastischen Plan ersonnen. Er will alle seine finanziellen Mittel und seine Macht einsetzen um eine geheime Unterwasserstadt im Atlantik zu errichten: Rapture.
In dieser autarken Umgebung sollen er und von ihm ausgewählte das Ende der Menschheit überstehen und eine neue, utopische Gesellschaft nach seinen Vorstellungen aufbauen. Rein kapitalistisch, leistungsorientiert und ohne gesellschaftliche oder religöse Zwänge irgend einer Art.
Doch schnell empfinden die Menschen die gewählte Isolation als Gefängnis. Hinzu kommt, dass es viele Verlierer in diesem System gibt, welche sich betrogen und ungerecht behandelt fühlen. Unlautere Geschäftspraktiken nehmen zu, die Zahl der Armen Wächst und mit ihr auch die sozialen Spannungen in Rapture. Selbst vor menschenverachtenden Experimenten wird nicht mehr zurück geschreckt. So zeichnet sich bereits ab, dass das ganze nur in einer Katastrophe enden kann.
Als Fan der Bioshock Spiele von 2K Games habe ich mir das Buch dazu natürlich nicht entgehen lassen (übrigens im Englischen Original). Es spielt zeitlich vor den Ereignissen der beiden Spiele und ich fand es sehr unterhaltsam.
John Shirley orientiert sich sehr genau an der Spiele-Vorlage und hat trotzdem die ein oder andere unvorhergesehene Wendung eingebaut.
In gewisser Weise transportiert das Buch die Atmosphäre besser als das Spiel. Die klaustrophobische Enge in Rapture, die dich ausweitenden Spannungen und die Ängste und Verzweiflung der Menschen, die sie sich in religiösen Irrglauben flüchten lässt oder durch die sie immer unmenschlicher werden.
Die Charaktere kommen einem erheblich näher. So merkt man schnell, dass nicht nur der große Andrew Ryan eine schier unüberwindliche Hybris besitzt, die schließlich zum Untergang seines eigenen utopischen Traums führen wird. Auch viele andere waren daran beteiligt. Und es ist interessant die detaillierten Hintergründe und ihre Motive zu erfahren.
Zu empfehlen das Buch allen, welche die Spiele gerne gespielt haben und jedem, der auf dystopische Zukunftsvisionen steht.
Tags: bioshock, john shirley, rapture













