One, Two, Three
Noch vor dem Bau der Berliner Mauer ist C. R. MacNamara (James Cagney) Leiter der Coca Cola Filiale in West-Berlin. Um in die Europazentrale des Konzerns nach London versetzt zu werden hat er den Plan die braune Brause auch im Ostblock verkaufen zu können. Und steht daher in Verhandlungen mit einer russischen Handelsdelegation. Bei seinem Boss finden MacNamaras Pläne jedoch wenig Anklang. Statt dessen teilt er ihm mit, dass seine Tochter Scarlett (Pamela Tiffin), welche sich zur Zeit auf Europareise befindet in kürze in Berlin eintreffen werden und er sich um sie kümmern solle.
Was MacNamara nicht weiß ist, dass sich Scarlett Abends immer aus dem Haus stiehlt um das Nachtleben Berlins zu erkunden. So trifft es ihn auch aus heiterem Himmel, als sie ihm eines Morgens in seinem Büro erzählt, dass sie sich in den Ostdeutschen Otto Ludwig Piffl (Horst Buchholz) verliebt und diesen auch umgehend geheiratet hat. Otto stammt aus Ost-Berlin und ist ein linientreues Mitglied der Kommunistischen Partei und voll und ganz vom sozialistischen Sieg über den kapitalistischen Klassenfeind überzeugt.
Da MacNamara seine Karrierepläne in Gefahr sieht ersinnt er Kurzerhand einen Plan um Otto in Konflikt mit der Ostberliner Staatspolizei geraten zu lassen und ihn so aus dem Weg zu schaffen. Die offiziellen Ehepapiere hofft er über Kontakte nach Ost-Berlin verschwinden zu lassen. Inzwischen haben sich Scarletts Eltern angekündigt, welche auf dem Weg sind um ihre Tochter zu besuchen.
Als sich jedoch herausstellt, dass Scarlett zu allem Überfluss auch noch schwanger ist, und ein uneheliches Kind ebenfalls keine Option ist, bleibt MacNamara nichts anderes übrig als Otto wieder zu befreien und ihn nach West-Berlin zu bringen. Dort angekommen ist Otto außer sich vor Wut. Sieht jedoch ein, dass er weder nach Ost-Berlin zurück, noch seine Frau vor ihren Eltern bloßstellen kann. Doch auch hierfür hat MacNamara bereits einen Plan. Es gilt Otto innerhalb weniger Stunden vom proletarischen, sozialistischen Arbeitersohn zu einem europäischem Adeligen mit Mercedes und Chauffeur zu verwandeln.
Eins, Zwei, Drei ist eine bitterböse Komödie von Billy Wilder über die Zeit des Kalten Krieges, die kein Klischee über Amerikaner, Russen, Deutsche oder Ost und West in der Nachkriegszeit außer acht lässt. Dabei sind die Amerikaner naiv, prüde und Kapitalisten durch und durch. Im Gegensatz dazu sind die Russen verschlagen, trinkfest und bespitzeln sich gegenseitig. Beiden ist gemein, dass sie es auf die deutschen Fräuleins abgesehen habe. Und was die Deutschen Männer anbelangt, so haben diese mit den Nationalsozialisten zwar nie etwas zu tun gehabt, schlagen aber trotzdem bei jeder Gelegenheit gekonnt die Hacken zusammen.
Ich fand den Film sehr unterhaltsam. Schade ist, dass man besonders die Witze mit Bezug auf den Kalten Krieg teilweise nur schwer verstehen kann, wenn man den Kontext nicht kennt. So habe ich selbst erst nachgelesen, dass MacNamaras Aussage “Bury us, don’t marry us” auf eine Aussage Nikita Chruschtschows aus dem Jahre 1960 anspielt: “We shall bury you”.
Jedoch gibt es noch genügend andere witzige Szenen und Anspielungen, welche einen zum Lachen bringen. Besonders der Bezug auf das 3. Reich ist teilweise zum totlachen:
C.R. MacNamara: “Of course you were anti-Nazi and you never liked Adolf.”
Schlemmer: “Adolf who?”
“C.R. MacNamara: Schlemmer, I want all those people out there to drop everything and stand by for orders! General alarm, complete mobilization!”
Schlemmer: “Ah, like the good old days, yes, sir!”

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