Eigentlich bin ich gegen Spiele, welche man nur als Download bezieht. Allerdings bin ich bereits vor einiger Zeit bei Sins of a Solar Empire zum ersten mal schwach geworden. Dies hatte folgende Gründe:
Der Vertreib in Deutschland lässt leider auf sich warten.- Stardock ist mir bereits durch durch Galactic Civilizations I und II bekannt, welche ich für erstklassig halte.
- Selbst nach einem deutschen Release kann es sein, dass durch den deutschen Publisher kein ordentlicher Support gewährleistet ist (die beiden Add-ons Dark Avatar und Twilight of the Arnor von Galactic Civilizations II wurden bisher auch noch nicht in Deutschland veröffentlicht und es ist bisher auch nichts dergleichen geplant).
- Maddin hat das Spiel in hohem Maße gelobt und ist überzeugt, dass es genau das Richtige für mich sei.
- Im Moment steht der US-Dollar äußerst günstigt.
- Die 20 US$ Versand wollte ich mir dann doch lieber sparen.
Das Download ist problemlos und schnell. Es ist nur die vorherige Installation der Stardock Central erforderlich. Wer schlimmes ahnt sei jedoch beruhigt. Die Software ist kein Steam und wird nur zum Herunterladen und Installieren bzw. Aktualisieren von Programmen verwendet. Im Gegensatz zu Steam ist es also nicht ununterbrochen aktiv und auch keine Spyware.
Am Anfang war ich etwas skeptisch, da ich schon so manches an Strategiehöhen (Master of Orion II, Heroes of Might & Magic V) und -tiefen (Master of Orion III, Lords of the Realm III) miterlebt habe. Bin nun, nach ausgiebiger Testphase, aber voll und ganz von Sins of a Solar Empire überzeugt. Trotz Echtzeit braucht es nicht den Vergleich zu Master of Orion zu scheuen und ist das, was Lords of the Realm III immer sein wollte. Dabei liegt der Schwerpunkt des Spiels eindeutig auf den Raumschlachten, ohne jedoch andere Aspekte wie Forschung und kulturelle Einflüsse zu vernachlässigen. Nur die Diplomatie ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Sehr schön ist, dass die Kämpfe den Spieler nie in Hektik verfallen lassen. Selbst, wenn einmal mehrere Schlachten gleichzeitig geschlagen werden müssen läßt sich das Imperium immer noch problemlos verwalten ohne in Klickorgien auszuarten.
Zur Auswahl stehen drei Fraktionen, welche grundsätzlich über die selben Schiffstypen und Gebäude verfügen. Sich jedoch im Design, individuellen Technologien und unterschiedlichen Stärken und Schwächen unterscheiden.
Die Vasari: Das Imperium der Vasari herrschte einst über unzählige Welten. Bis einestages der Kontakt zu entfernten Kolonien verloren ging. Dieses Phänomen weitete sich aus und immer mehr Welten konnten nicht mehr erreicht werden. Es wurden Flotten ausgesandt um dem Rätsel auf die Schliche zu kommen. Doch diese gingen ebenfalls verloren. Man entschloß sich, einen Teil der Bevölkerung auf entfernte Planeten zu evakuieren. Als der Kontakt zum Imperium schließlich verloren ging begannen sich die Exilanten für den Kampf gegen den unbekannten Feind zu rüsten und ihr Imperium von neuem aufzubauen.
Die Trader Emergency Coalition: Die TEC lebte seit langer Zeit in Frieden und konzentrierte sich auf den Handel. Dementsprechend unvorbereitet traf der Angriff der Vasari. Nach den ersten Niederlagen konnten Kampfflotten gebildet werden. Und mit vereinten Kräften gelang es der TEC den Vormarsch der Vasari zu stoppen. Doch sollte diese Atempause nicht von langer Dauer sein.
Die Advent: Vor langer Zeit war die TEC schockiert und abgestoßen von der Gesellschaft der Advent, welche offen mit Gehirnimplantaten, biologischen Experimenten und Neurochemikalien umging. Aus diesem Grund vertrieben sie die Advent von ihrem Planeten und trieben sie in die nicht kartographisierten Gebiete des Alls. Die Verstoßenen schworen Rache und sind nun - Generationen später - wiedergekommen um diese zu bekommen.
Planeten müssen nicht Gebäude für Gebäude ausgebaut werden sondern es stehen bestimmte Slots zur Verfügung, welche z. B. die mögliche Anzahl der Logistikgebäude im Orbit oder die Schutzmaßnahmen gegen eine Bombardierung erhöhen. Alle Weltraumstrukturen (Schiffswerfen, Verteidigungsanlagen, etc…) dürfen jedoch nach Belieben platziert werden.
Wie gesagt ist die Diplomatie am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Wird man zu Beginn einer Partie noch von allen Computergegner gehasst schreiben diese mit der Zeit Aufträge aus, welche man erfüllen kann. Dabei geht es entweder um das Zerstören von Schiffen / Taktischen Gebäuden / Zivilen Gebäuden eines anderen Gegners oder um die Lieferung von Rohstoffen bzw. Credits. Neben einer kleinen Entlohnung besteht der Hauptnutzen im Erledigen dieser Aufträge darin, dass man das Verhältnis zu der entsprechenden Partei verbessert, was zu weiteren Bündnissen führt. Auf der anderen Seite führt ein nicht Erfüllen dieser Aufträge wieder zu einer Verschlechterung der Beziehungen.
Eine interessante Eigenart verbindet Sins of a Solar Empire mit Galactic Civilizations II. Denn beide verfügen über keinen Kopierschutz. Anfangs von Mitbewerbern belächelt und verspottet haben die Verkaufszahlen von Galactic Civilizations II jedoch sehr schnell gezeigt, dass sich Qualität eben doch noch verkauft. Und auch das haben beide Spiele gemeinsam. Sins of a Solar Empire hat sich in den USA genauso als Verkaufsschlager erwieden.
Ich bin von Sins of a Solar Empire also begeistert und kann es einem Strategen, der ein Master of Orion vermisst, genauso ans Herz legen wie einem Taktiker, der einfach mal wieder etwas anderes als die üblichen C&C-Panzerschlachten sucht, sich dieses Spiel zu kaufen. Und für alle Englischmuffel gibt es auf einer deutschen Fanseite sogar ein Projekt um das Spiel einzudeutschen. Wer auch das nicht will, muss halt weiter warten. Immerhin hat sich inzwischen ein Publisher gefunden, welcher das Spiel in Deutschland veröffentlichen will.

Name: Marc













