Torii von Itsukushima - Insel Miyajima

Zombie Nation

20.12.07

Der durch seine Kindheit psychisch gestörte Polizist Joe Singer (Günther Ziegler) hält während seines Streifendienstes ahnungslose Frauen an, verschleppt sie in ein Lagerhaus (in dem er zufällig auch noch wohnt), bringt sie um und beseitigt anschließend die Leichen, indem er sie vergräbt oder versucht im Meer zu versenken. Sein junger Partner Vitalio (Brandon Dean) muss während eines Mordes immer vor dem Lagerhaus warten. Er ahnt zwar etwas (dank dem Verschwinden der Frauen und der schweren Sporttaschen, die sein Partner anschließend immer in den Kofferraum des Wagens legt), traut sich aber nicht seinem Vorgesetzten darüber zu berichten, da er keinen Kollegen anschwärzen will (Zur Erinnerung: Wir reden hier von Mord).

Zombie NationAls Joe die junge Rumänen Romy (Martina Bottesch) als sein nächstes Opfer auswählt, ahnt dieser nicht, dass sie von einem Voodoo-Zauber “beschützt” wird. Als Ergebnis erwacht sie (und merkwürdigerweise auch die anderen Opfer) nach ihrem Tod als Untote wieder zu neuem Leben. Die erwachten und nicht einmal ansatzweise verschmutzen oder verfaulten (Zur Erinnerung: Sie wurden vergraben) Frauen bringen (äußerst unspektakulär) zwei ahnungslose Männer um, um an ihre Autos zu kommen und mit diesen zurück in die Stadt zu fahren. Es dauert anschließend noch eine Weile, bis sie schließlich auf die Idee kommen an Joe Singer Rache zu nehmen.

Selten habe ich so einen schlechten Film gesehen. Die Story ist haarstreubend schlecht und langweilig. Das Cover des Films hat rein garnichts mit diesem gemein. Bei 81 Minuten längen tauchen die Zombies erst zur 50. Minute auf und sind alles andere als das, was das Cover verspricht oder was man erwartet. Sprechende, autofahrende Frauen mit Lidschatten im Gesicht, der wohl mit einer Spachtel aufgetragen wurde, sind nunmal keine Zombies. Aber nicht nur an der Maske wurde offenbar gespart. Oder wäre es zu viel verlangt, dass die Polizei in Uniform auch in Polizeiautos durch die Gegend fährt? Das Autos Kopfstützen besitzen? Oder das man als Polizeistation nicht irgendeinen schäbiger Keller ohne Fenster, aber dafür mit ausreichend Gas- und Wasserrohren, vorgesetzt bekommt?
Nicht mal als Komödie taugt dieser Film. Die Dialoge sollen wohl witzig sein, sind aber eher brechreizerregend schlecht (vor allem, wenn man erfährt wie dieser Film zu seinem Titel kommt). Genauso, wie die schauspielerische Leistung und die deutsche Synchronisation, welche an manchen Stellen sehr an Sinnlos im Weltraum erinnert.

Es handelt sich also um einen langweiligen möchtegern-Zombiefilm ohne Spannung, Witz und - was das schlimmste ist - ohne Zombies. Wer kann sollte einen großen Bogen um dieses Trauerspiel eines Films machen.

Oira sukeban

30.11.07

Der Junge Banji Suke (Asami) wird von seinem merkwürdigen Vater aufgrund seines femininen Äußeren dazu gezwungen als Mädchen verkleidet auf eine reine Mädchenschule zu gehen. Dort muss er feststellen, welche Gefahren der alltägliche Schulbesuch mit sich bringen kann. Denn diverse Gangs treiben an dieser Schule ihr Unwesen. Als dann die Anführerin der “Strumpfhosen-Gang” von der “Super-nackt-Gang” angegriffen wird fällt der Verdacht auf Banji Suke, welcher von da an gejagt wird. Unter anderem von der “Oben-ohne-Gang” (nur, um noch eine zu nennen *g*).

Sukeban BoyOira sukeban (おいら女蛮) bzw. Sukeban Boy basiert auf dem gleichnamigen Manga von Nagai Gō (永井 豪), welcher unter anderem durch seine Werke Shin Devilman (新デビルマン) und Cutie Honey (キューティーハニー) bekannt ist. Ansonsten könnte der Film durch die viele, nackte Haut auch als billiger Softpornostreifen durchgehen, wenn andererseits nicht mit entsprechend viel Kunstblut aufgewarten werden würden. Dabei werden die Szenen im laufe des Films immer abgedrehter. Bis hin zu schießenden Brüsten.
Die Handlung gibt nicht viel her und “trashig” ist als Bezeichnung für diesen Film eigentlich noch untertrieben. Offiziell scheint dieser Film als Parodie gedacht zu sein. Ich bin mir nicht mal sicher, ob es nicht doch den ein oder anderen Japaner kranken Geist gibt, der das ganze als erotischen Film betrachten würde. Dabei werden so manche Bereiche bedient. Von Lolicon über Futanari bis zum üblichen “nein, nein”. Trotzdem haben wir sehr viel gelacht und wer sich traut, der soll sich ruhig sein eigenes Bild über diesen Film machen. Entsprechend niedrige Hemmschwelle für Asia-Trashfilme vorausgesetzt.

Idiocracy

04.09.07

Im Jahre 2005 werden Joe Bauers (Luke Wilson) und Rita (Maya Rudolph) zwei durchschnittliche Exemplare der Spezies Mensch in einem geheimen US-Forschungsprojekt eingefroren. Eigentlich sollte dieser Kälteschlaf auf ein Jahr beschränkt sein. Doch aufgrund unglücklicher Umstände geraten sie in Vergessenheit und erwachen erst 500 Jahre später im Jahre 2505. Die Welt hat sich inzwischen jedoch dramatisch verändert. Die Dummen sind an der Macht und der Planet zerfällt immer mehr. So konsumiert die Bevölkerung beispielsweise kein Wasser mehr, sondern ausschließlich einen Energy-Drink. Und die beliebteste Fernsehsendung ist “Ow! My Balls!”. Wie der Name bereits verrät ist die Ähnlichkeit mit Jackass offensichtlich.
Joe versucht, sich in der ihm vollkommen fremden Welt zurecht zu finden und wird prompt er von der Polizei festgenommen, da er keinen eintätowierten Strichcode besitzt. Dies führt zu einer Begegnung mit dem, was wir eine Karrikatur eines Rechtssystems nennen würden.
Idiocracy Als die Regierung, angeführt von ihrem Präsidenten - einem ehemaligen Rapper, Wrestler und Pornostar - Camacho (Terry Crews) auf Joe aufmerksam wird, da er mit seinem IQ von 100 mit Abstand der intelligenteste Mensch auf dem Planeten ist, wird dieser begnadigt und zum Innenminister ernannt um all ihre Probleme zu lösen. Als sein Vorschlag, die Felder nicht mehr mit dem Energy-Drink sondern mit Wasser zu bewässern nicht zum sofortigen Erfolg führt und millionen arbeitslos werden, fordert ein wütender Mob seinen Kopf. Dies gipfelt in einer Rehabilitation, was gleichbedeutend mit einem Kampf auf Leben und Tod ist. Nur, dass der zu Rehabilitierende - im Gegesatz zu seinem Kontrahenten - keinen Monstertruck fährt.

Idiocracy wurde mir zu Recht empfohlen (danke Dirk). Zum einen handelt es sich um eine sehr gute und witzige Komödie welche viele Eigenarten der amerikanischen (aber leider auch unserer) Gesellschaft auf die Schippe nimmt. Zum anderen ist es eine erstklassige Dystopie von dem, was uns vielleicht noch blühen könnte. Eine Gesellschaft, welche zunehmen verblödet und ausschließlich an Bedürfnisbefriedigung interessiert ist. Nicht mehr in der Lage irgendwelche (Problem-)Zusammenhänge zu verstehen, geschweigedenn diese zu lösen. Was schließlich in dem vollständigen Zerfall von Infrastruktur, Kultur und Wissenschaft gipfelt.

IdiocracyWenn man sich die heutige Gesellschaft anschaut, so ist dieser Trend bereits zu beobachten. Während die intelligenteren Menschen in erster Linie an ihre Karriere denken und erst spät, wenige Kinder bekommen (wenn überhaupt), sieht dies beim Prekariat ganz anders aus. Arbeits- und antriebslos vermehrt sich diese Schicht überproportional zum Rest der Bevölkerung. Ich weiß, dass diese Aussage politisch nicht korrekt ist. Aber wer etwas anderes behauptet sollte aufhören die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Was übrigens Jörgs Idee von Sterilisationsmitteln in kostenlosen Bonbons im Sozialamt wieder interessanter macht…

Reservoir Dogs

19.07.07

Reservoir Dogs ist der erste Film von Quentin Tarantino, der es auf die Kinoleinwand geschafft hat. Schon öfter habe ich gehört, dass er auch sein Bester sein soll. Nun kam ich endlich in den Genuss, den Film zu sehen und diese Behauptung zu prüfen.

Reservoir Dogs Joe Cabot (Lawrence Tierney) hat sich eine Gruppe von sechs Gangstern zusammengesucht, welche sich gegenseitig nicht kennen und für ihn einen Juwelenraub durchführen sollen. Bei diesem geht jedoch so einiges Schief. Als die Überlebenden beim vereinbarten Treffpunkt ankommen liegen die Nerven blank und jeder verdächtigt die anderen, potenzielle Verräter zu sein.
Während Mr. White (Harvey Keitel) und Mr. Pink (Steve Buscemi) sich streiten droht Mr. Orange (Tim Roth), welcher angeschossen wurde, zu verbluten. Unerwartet taucht Mr. Blonde (Michael Madsen) auf, welcher einen Polizisten als Geisel genommen hat und erhofft von ihm die nötige Antwort auf die Frage, wer sie bei der Polizei verpfiffen hat, zu bekommen. Doch auch Joe Cabot und sein Sohn “Nice Guy” Eddie Cabot (Chris Penn), welche mit dem Verlauf der gesamten Operation alles andere als zufrieden sind, sind bereits auf dem Weg in das Versteck.

Wie man es von Tarantino gewohnt ist überzeugt der Film mit einer rasanten Kameraführung, guten Schnittsequenzen und einer unortodoxen Zeitlinie. So wird die Planung und die Flucht der Gangsterbande ausschließlich in Rückblenden behandelt während dauernd wieder in die Gegenwart zurückgesprungen wird. Der eigentliche Überfall wird dagegen überhaupt nicht gezeigt.

Reservoir Dogs Der Soundtrack fügt sich bei seiner teilweisen Gegensätzlichkeit der 70er Jahre Klängen zu den gezeigten Bildern unglaublich gut in den Film ein und untermahlt die Stimmung ungemein. Dabei unterstützt er, die zum Teil sehr witzigen Dialoge.

Reservoir Dogs ist sicherlich ein sehr guter Film. Trotzdem bin ich persönlich einfach der Meinung, dass Pulp Fiction sowohl stilistisch als auch vom Handlungsbogen her besser ist und würde daher das Prädikat “Beser Film von Quentin Tarantino” nicht vergeben.

The Quiet Earth

18.02.07

Der Wissenschaftler Zac Hobson (Bruno Lawrence) wacht eines Morgens auf und muss feststellen, dass er alleine ist. Weit und breit findet sich keine Menschenseele und es scheint, als wäre er der einzige Mensch auf Erden. Er versucht einen Zusammenhang zwischen diesem Phänomen und einem internationalen, wissenschatlichen Experiment, an dem er beteiligt war, herzustellen.
Sein Versuch der Kontaktaufnahme mit anderen Überlebenden bleibt erfolglos. Und so verliert er sich, in einer vollkommen Menschenleeren Welt, von der Einsamkeit gequält, immer weiter in einer Art exzessivem Verhalten, welches in seiner Konsequenz wohl den Wahnsinn als Endprodukt hätte.

Quiet EarthSein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als er Joanne (Alison Routledge) begegnet. Beide schöpfen voneinander Kraft und Zuversicht und begeben sich wieder auf die Suche, nach weiteren Überlebenen. So finden sie Api (Pete Smith) und es stellt sich die Frage, was diese drei Personen verbindet, wodurch ausgerechnet sie überlebt haben…

Der Film beginnt meines Erachtens sehr vielversprechend. Und zeigt sehr gut den geistigen Verfall eines Menschen in einer intakten Infrastruktur, der tun und lassen kann was er will, aber vollkommen alleine auf der Welt ist. Leider kann er dieses Niveau nur bis zu dem Zusammentreffen mit Joanne und Api halten. Danach verliert er sich etwas in den Spannungen einer Dreiecksbeziehung. Ebenso fand ich das Ende ziemlich langweilig und Einfallslos.
Mir stellt sich nun die Frage, in wie Weit sich der Film an dem Buch auf dem er basiert (The Quiet Earth von Craig Harriso aus dem Jahre 1981) orientiert. Denn grundsätzlich finde ich das Thema sehr interessant und bin davon überzeugt, dass man es auch dementsprechend umsetzen kann.

Dark Star

07.12.06

Seit 20 Jahren durchkreuzt das Raumschiff Dark Star das Univerium, um instabile Planeten zu sprengen und vielleicht, irgendwann einmal, intelligentes Leben zu entdecken. Der Kapitän des Schiffes wurde schon vor langer Zeit, durch einen Unfall, getötet und liegt seitdem tiefgefroren im Laderaum. Die restliche Besatzung verfällt - ebenso wie das Raumschiff - immer weiter und treibt sich, durch monotone, immer wiederkehrende Tagesabläufe gepeinigt, gegenseitig in den Wahnsinn. Als die Dark Star jedoch durch einen Asteroidensturm fliegt, wird der Kommunikationslaser, welcher die Bombensteuerung kontrolliert, beschädigt und die Bombe Nummer 20 aktiviert. Welche nun sehnlichst auf die Erfüllung ihres Existenzgrundes - die Explosion - wartet.

DarkStarDie Story dieser Science Fiction Komödie klingt genauso kurz, wie der Film mit Actionelementen ausgestattet ist. In einem Aufzugschacht zu hängen und Gefahr zu laufen zerquentscht zu werden oder in die Tiefe zu stürzen reißt heute nunmal niemanden mehr vom Hocker. Aber darauf kommt es bei diesem Film auch nicht wirklich an. Ebensowenig, wie auf tolle Spezialeffekte, welche man genauso vergeblich sucht. Dem Betrachter wird also relativ schnell klar werden, dass es sich bei Dark Star um eine Low-Budget-Produktion handelt. Nicht zuletzt wegen der außerirdischen Lebensform (die in Dark Star zum ersten mal in der Filmgeschichte als “Alien” bezeichnet wurde. Im Deutschen wurde dies leider mit “Exot” übersetzt), welche nichts weiter als ein aufblasbarer Gummiball ist.

Trotzdem ist Dark Star ein wahrer Kultfilm und sehr sehenswert. Nicht zuletzt wegen dem berühmten Dialog zwischen Bombe Nummer 20 und Lt. Doolittle (Brian Narelle), ob diese nun explodieren soll oder lieber nicht. Leute, die mit 2001 - Odyssee im Weltraum nichts anfangen können, sollten allerdings lieber die Finger von Dark Star lassen.