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Small World

Small World der Firma Days of Wonder ist ein taktisches Brettspiel, bei dem es um Eroberung geht. Es ist quasi der Nachfolger des Spiels Vinci, mit dem Unterschied, dass die Siegpunkte nicht mehr auf einer Punkteleiste gezählt werden, sondern jeder Spieler am Ende seines Zuges Siegpunkte in Form von Chips bekommt und einfach X Runden (abhängig von der Spieleranzahl) gespielt und abschließend alle errungen Punkte gezählt werden. Des weiteren wurden die Regeln etwas vereinfacht und das Thema einer Fantasywelt mit 14 verschiedenen Rassen (Amazonen, Zwerge, Elben, Ghule, Rattenmenschen, Skelette, Hexenmeister, Wassermänner, Riesen, Halblinge, Menschen, Orks, Trolle und Zauberer) gewählt. Jede Rasse hat besondere Fähigkeiten, welche sich auf die Vergabe von Punkten und angewendeten Taktiken auswirkt. So können z. B. Wassermänner leichter Küstengebiete erobern. Oder Menschen bekommen für jedes Farmland, welches sie besitzen, bei der Punktevergabe einen Siegpunkt als Bonus. Zusätzlich erhält jede Rasse noch eine zufällige Spezialfähigkeit, welche außerdem den Namen der Rasse ergänzt. Bspw. können Diplomaten Zwerge einen Gegenspieler bestimmen, mit dem Frieden herrscht, so dass man sich nicht gegenseitig angreifen darf. Und Fliegende Zauberer können beliebige Felder auf dem Spielbrett angreifen. Nicht nur jene, welche an ihr Gebiet angrenzen.

Zuerst bestimmt man die Rasse, mit welcher man anfangen möchte. Anhand der Kombination Rasse + Spezialfähigkeit wird ermittelt, wie viele Rasseplättchen (quasi Armeen) man bekommt. Mit diesen beginnt man anschließend seinen Eroberungsfeldzug. Das Erobern gestaltet sich dabei als äußert einfach. Grundsätzlich braucht man 2 Plättchen zum Erobern eines Gebiets. Abzüglich Boni durch Rassen- oder Spezialfähigkeit. Aber zuzüglich der Plättchen, welche bereits auf dem Feld liegen. Wenn also die Wassermänner eine Küstenregion angreifen, die von einem feindlichen Plättchen besetzt ist, dann kostet dies zwei Wasssermännerplättchen:
2 (Grundkosten) - 1 (Küstenregion; Rassenfähigkeit) + 1 (feindliches Plättchen) = 2.
Nach seinen Eroberungen bekommt man für jedes Gebiet, welches man besitzt, einen Siegpunkt + evtl. Boni. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe. In der nächsten Runde kann man beliebig viele Plättchen vom Spieltisch entfernen und für eine neue Angriffswelle benutzen. Evtl. ist es sogar sinnvoll Gebiete aufzugeben. Dann bekommt man zwar keine Siegpunkte mehr für diese, allerdings hat man mehr Plättchen für den Angriff.

Small World

Der Clou an dem Spielprinzig von Small World ist allerdings, dass die Anzahl der Plättchen, welche man für Angriffe zur Verfügung hat durch gegnerische Angriffe immer weniger werden und man in der Regel (ausgenommen die Hexenmeister und Skelette) keine neuen Plättchen bekommen kann. Also irgendwann der Punkt erreicht ist, seine Rasse unter gehen zu lassen und mit einer neuen anzufangen. Zu wissen, wann dieser Moment gekommen ist, ist der Schlüssel zum Sieg bei Small World. Wenn seine Rasse untergehen lässt werden alle Plättchen bis auf eines je Gebiet entfernt. Die verbliebenen werden umgedreht, der Zug Endet mit der Punktevergabe und nächste Runde darf man eine neue Rasse aussuchen. Hierbei sei noch angemerkt, dass untergegangene Rassen ebenfalls einen Siegpunkt pro besetztem Gebiet bringen. Man darf jedoch immer nur eine Rasse haben, welche im Moment unter geht. Sollte man seine zweite Rasse ebenfalls untergehen lassen wird die erste untergehende Rasse entfernt und man darf sich wieder eine neue Rasse aussuchen.

Im direkten Vergleich finde ich Small World besser als seinen Vorgänger (Vinci). Die vorgenommenen Regelverbesserungen und -vereinfachungen halte ich für sinnvoll und dem Spiel sehr zuträglich. Es ist wirklich kinderleicht zu lernen und einfach zu vermitteln. Des weiteren gefällt mir das lustige Fantasythema sehr gut und es ist schön, dass die Spielmaterialien nicht mehr so abstrakt sind. Man hat wirklich Elfen- und Zwergeplättchen und nicht - wie bei Vinci - nur mehrere Farben. Etwas bedenklich ist jedoch, dass es keine Ersatzplättchen gibt und die Anzahl der max. Einsetzbaren Plättchen pro Rasse sehr wichtig für das Spiel ist. Sollte man also Plättchen verlieren, hätte man erst einmal ein Problem und müsste sich selber welche nachbasteln.
Grundsätzlich ist es ein schönes, flottes Spiel für zwischendurch, welches für jede Spielerzahl geeignet ist, da es 4 verschiedene Spielbretter für die möglichen 2-5 Spieler hat. Und auch, wenn ich für epische Spiele, die sich auch gerne mal ein paar Stunden hinziehen können, wie etwa Twilight Imperium, bekannt bin, muss ich doch sagen, dass mir Small World sehr gut gefällt und sogar zu meinen Lieblingsspielen zählt. Außerdem findet man bei einer ungefähren Spielzeit von 40-80 Minuten leichter Mitspieler als für Spiele die 6 oder mehr Stunden dauern.