Ghostbusters: The Video Game
Die Ghostbusters sind zurück. Wenn schon nicht auf der Leinwand (was auf Grund des anstehenden Genetationenwechsels wahrscheinlich eh furchtbar wäre), dann doch zumindest als Videospiel. Und als absoluter Fan der beiden Filme musste war der Kauf selbstverständlich ein Muss.
Die Handlung des Spiels beginnt 1991, 2 Jahre nach den Geschehnissen aus Ghostbusters II. Aus vorerst unbekannten Gründen wird New York von einer Art Psi-Energie-Impuls getroffen (was man im Intro der Wii Version nicht sieht) als ein neuer Rekrut - der Spieler - bei den Ghostbusters eingewiesen wird. Unverzüglich beginnt man den damit verbundenen paranormalen Phänomenen auf die Spur zu gehen, welche irgendwie mit der Gozer-Ausstellung (der Name sollte aus dem 1. Film bekannt sein) im Museum zusammenhängen. Das Abenteuer beginnt.
Der Spieler wurde zum Testen der neuen, experimentellen und äußerst Gefährlichen, neuen Ausrüstung angeheuert. Deswegen stehen einem neben seinen Hilfreichen Kollegen allerhand Spielsachen zur Geisterbekämpfung zur Verfügung. Allerdings bleibt der Protonenstrahl am Ende doch oft die erste Wahl. Zusammen mit dem PKE-Gerät und der PKE-Brille.
Ghostbusters : The Video Game - Official Wii Trailer
Link: www.youtube.com
Im Vergleich zu anderen Versionen ist der offensichtliche Unterschied der Grafik einer der größten Pluspunkte. Nicht nur, dass der Stil sehr gut zu den Ghostbusters passt. Atari scheint auch verstanden zu haben, dass es nichts bringt ein Spiel für die PS3 / XBox zu entwickeln und die Grafik anschließend für die Wii herunter zu skalieren. Denn das sieht einfach nur scheiße aus und niemand würde auf die Idee kommen ein qualitativ schlechteres Spiel zu kaufen. Statt dessen eine eigene, der Wii Hardware entsprechende Grafik zu entwickeln, ist meiner Meinung nach der richtige Weg. Und verhilft dem Spiel zu seinem ganz eigenen Charme.
Trotzdem ist es ärgerlich, dass einige Details fehlen, wie die bereits erwähnte Schockwelle, welche man im Intro der PS3 / XBox Version bewundern kann und der Fehlende Verbannungscontainer im Keller. So plagt mich leider auch die Befürchtung, einige Dialoge könnten gekürzt worden sein. Was eine echte Schande wäre.
Zwar sind die Dialoge in der deutschen Version in der Regel nicht mal annähernd lippensynchron. Aber dafür sind es die original Synchronsprecher der Schauspieler, was sehr zur Atmosphäre beiträgt. Die Dialoge an sich sind einfach umwerfend komisch. Mit jeder Menge Verweise auf die Filme machen sie in meinen Augen die wirkliche Essenz des ganzen Spiels aus. Dadurch ist man eben nicht nur irgendein Geisterjäger. Nein. Man ist ein neues Mitglied DER Geisterjäger. Und das sind eben nur Dr. Peter Venkman (Bill Murray), Dr. Raymond “Ray” Stantz (Dan Aykroyd), Dr. Egon Spengler (Harold Ramis), Winston Zeddemore (Ernie Hudson) und Janine Melnitz (Annie Potts). Das Gefühl, dass man dazu gehört stellt sich spätestens ein, sobald man seinen ersten, sumerischen Gott auf die Bretter geschickt hat.
Die Versionen von Wii und PS3 / XBox haben noch einen entscheidenden Unterschied, der mich dazu bewegt hat, zuerst die Wii Version zu kaufen. Nämlich der Multiplayer Aspekt. Während das Spiel für PS3 / XBox über einen Online-Multiplayer Modus verfügt kann man auf der Wii die komplette Kampagne zu zweit im Co-op Modus meistern.
Einmal ist das Spiel beim Laden mit einem unschönen Fatal Error abgestürzt. So etwas sollte nicht passieren, ist bisher aber auch nicht wieder aufgetreten.
Die Musik passt sehr gut und trägt zur Stimmung bei. Dabei orientiert sie sich an den Filmen. So wird ein Kenner der Filme die Main Title Theme (von Elmer Bernstein) aus dem Soundtrack sofort erkennen. Allerdings ist die Musik auch mein größter Kritikpunkt. Denn meiner Meinung nach wird zu sehr an der Ghostbusters Theme von Ray Parker Jr. gespart. Diese muss in einem Ghostbusters Spiel viel häufiger und in voller Länge zu hören sein.
Die Steuerung ist einfach, intuitiv und präzise. Nachdem man einen Geist geschwächt hat wird er mittels Protonenstrahler festgehalten und ein paar mal gegen die Wände / Decke / Boden geschleudert. Nachdem er dann benommen ist, wird die Geisterfalle ausgeworfen und der Geist über diese buchsiert, so dass er dann eingesaugt wird.
Alles in allem ein guter, witziger, spannender und unterhaltsamer Ersatz für einen dritten Spielfilm. Was mich im Endeffekt wohl dazu bewegen wird, auch die PS3 Version zu kaufen. Einfach, weil sie schöner aussieht und teilweise anders ist (z. B. beim Endkampf). Mit dem Ko-op Modus kann man einen ganzen Abend viel Spaß haben. Leider bedeutet das aber auch, dass man das Spiel ziemlich schnell durchgespielt hat. In unserem Fall hat es nur 7:53 Stunden gedauert. Trotzdem hat es sich auf ganzer Linie gelohnt. Und bei 3 Schwierigkeitsgraden und dem Ansporn alle Geister zu Scannen um die Einträge in Tobins Geisterführer freizuschalten ist auch der Wiederspielwert gegeben.
Fazit:
[+] Der Grafikstil passt sehr gut zu den Ghostbusters.
[+] Die aberwitzigen Dialoge sind einfach nur der Hammer!
[+] Die Steuerung funktioniert sehr gut.
[+] Spannende und interessante Story.
[+] Passende musikalische Untermalung.
[+] Co-op Modus für 2 Spieler.
[+] Original Synchronstimmen der Schauspieler
[-] Für meinen Geschmack ist das Spiel viel zu kurz.
[-] Einmal ist mir das Spiel beim Laden mit einem Fatal Error abgestürzt.
[-] Viel zu wenig Ghostbusters Theme von Ray Parker Jr.
[-] Kein Online-Multiplayer Modus.
[-] Lippensynchronisation nicht vorhanden.
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