“Keinerlei Verständnis verdienen jedoch diejenigen, die Teilung und Mauer nostalgisch verklären. Die Mauer war Teil eines diktatorischen Systems, eines Unrechtsstaates. Und es ist erschreckend, dass auch heute noch einige meinen, die SED habe gute Gründe für die Abriegelung gehabt. Nein! Für Unrecht, für die Verletzung der Menschenrechte, für Tote durch Mauer und Stacheldraht gibt es keine guten Gründe und keine Rechtfertigung.”
– Klaus Wowereit, deutscher Politiker
Die Koalition des Berliner Senat aus SPD und SED Linkspartei haben beschlossen, dass in Zukunft für 30% der Schüler das Los darüber entscheiden soll, wer einen Platz in einem Gymnasium bekommt und wer nicht.
Das ganze soll für mehr Gerechtigkeit sorgen und zeigt damit wunderbar auf, welches eines der größten Probleme dieses Landes ist. Nämlich, dass Leistung nicht honoriert wird. Der einzige faire und gerechte Indikator zur Vergabe der Plätze an den Gymnasien sind nämlich die Noten und deren Durchschnitt. Dies durch ein Glück basiertes System zu ersetzen ist pure Willkür um den Menschen soziale Gerechtigkeit vorzugaukeln.
Geschrieben am 12.06.09 um 13:13 Uhr in
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Eine wunderbare Nachricht. Das Ergebnis des Volksentscheids, über den gestern in Berlin abgestimmt wurde, ist mehr als eindeutig. Mit 14,2% abgegebenen Ja-Stimmen wurden die nötigen 25% weit verfehlt. Zusätzlich war die Mehrheit der abgegebenen Stimmen (51,3%) auch noch gegen die Gleichstellung von Religions- und Ethikunterricht.
Damit ist die kirchliche Initiative Pro Reli auf ganzer Linie gescheitert. Pro säkularer Staat!
Geschrieben am 27.04.09 um 7:54 Uhr in
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In Berlin treffen momentan Religion und säkularer Staat aufeinander.
Der Status quo:
In Berlin gibt es keinen verbindlichen Religionsunterricht. Statt dessen gibt es einen allgemeinen Ethikunterricht und die Möglichkeit eines freiwilligen Religionsunterrichts.
Eine - wie ich finde - hervorragende Regelung! Denn es ist nicht Aufgabe des Staates Missionar für Religionsgemeinschaften zu spielen. Mit dem Ethikunterricht werden jungen Menschen ethische und moralische Grundwerte unserer Gesellschaft vermittelt. Ohne die Einflüsse von Religionen und mit dem Ziel eine gemeinschaftliche Basis kultureller Verständigung zu schaffen. Und wer trotzdem einen Religionsunterricht wünscht hat die zusätzliche Möglichkeit, an diesem teilzunehmen.
Nun gibt es allerdings die kirchliche Bürgerinitiative Pro Reli, welche zum Volksentscheid aufgerufen hat, um diese Regelung zu kippen. So wird versucht den Religionsunterricht “aufzuwerten”. Indem er als gleichberechtigtes und nicht als Extrafach angeboten wird. Dies würde implizieren, dass sich Schüler in Zukunft entscheiden müssten ob sie entweder den Ethik- oder den Religionsunterricht besuchen möchten.
Dagegen macht sich wiederum die humanistische Bürgerinitiative Pro Ethik stark.
Am kommenden Sonntag ist der Volksentscheid. Ich bin sehr gespannt, wie dieser ausgehen wird. Hoffe allerdings darauf, dass sich die Befürworter des Ethikunterrichts durchsetzen werden. Auch unter dem Aspekt, dass verschiedene Angebote des Religionsunterrichts die Entstehung von Parallelgesellschaften weiter fördern.
Geschrieben am 21.04.09 um 9:31 Uhr in
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Ganz pauschal auf den Punkt gebracht könnte man sagen, ich mag Berlin nicht. Und das hat viele Gründe. So ist mir die Notwendigkeit eines Umzuges der Bundesregierung von Bonn nach Berlin immer noch ein Rätsel. Okay, selbst Altbundeskanzler Hemut Schmidt hat über Bonn gesagt: “Als deutsche Hauptstadt ein trauriger Witz, aber Realität.” Aber wenn es den Politikern in Bonn zu provinziell war, warum ausgerechnet ein Umzug nach Berlin? Warum nicht nach Hamburg oder München?
Klaus Wowereit sagt über Berlin: “Berlin ist arm, aber sexy.”
Was ist denn bitte an Armut und einem maroden Haushalt sexy? Eine Stadt, die sich mit Metropolen wie New York, London oder Paris vergleichen möchte versinkt in den Schulden, bekommt ihre Geldprobleme nicht in den Griff, feiert trotzdem eine Party nach der anderen und versucht dann (zum Glück vergeblich) den Bund zur Zahlung der Schulden zu treiben. Und wenn es dann mal wirklich einmalige, internationale Großveranstaltungen gibt (Stichwort: Loveparade), dann ist man doch wieder so provinziell und ekelt diese aus der Stadt. Das da etwas gewaltig zum Himmel stinkt - in Berlin - hatte breits 1908 Frank Wedekind erkannt: “Berlin ist eben keine Stadt, sondern ein trauriger Notbehelf, Berlin ist ein Conglomerat von Kalamitäten.”
Die Brandenburger hatten schon recht, als sie 1996 bei dem Volksentscheid gegen eine Zusammenlegung der beiden Bundesländer zu einem “Berlin-Brandenburg” votiert haben. Das einleuchtendste Argument war damals, dass sich sonst in Zukunft alles nurnoch in Berlin abspielen und das Umland vernachlässigt werden würde. Was auch passiert wäre, wie man immer noch sieht.
Seit der Wiedervereinigung herrscht ein unglaublicher Berlin-Hype der zu einer enormen zentralisierung führt. Warum sind so viele Fernsesender von Köln nach Berlin umgezogen? Warum musste die Deutsche Bahn ihre Zentrale 1997 nach Berlin verlegen? Und warum konnte der Bundesnachrichtendienst nicht einfach nur in Pullach bleiben? Hat jeder Angst etwas zu verpassen, wenn er nicht in Berlin ist? Dabei wird das große Geld innerhalb Deutschlands immer noch woanders, nur nicht in Berlin verdient. Und Deutschland ist rund 60 Jahre sehr gut ohne Berlin als Hauptstadt ausgekommen.
Der neuste Auswuchs dieses Wahns ist, dass der Deutsche Fußball-Bund beschlossen hat, dass die Deutsche Nationalmannschaft nach der Europameisterschaft mit ihren Fans in Berlin feiert. Ein Novum, da die Deutsche Elf bis dato traditionell auf dem Frankfurter Römerberg - wie etwa 2002 nach dem Weltmeisterschaftsfinale von Yokohama gegen Brasilien - bejubelt wurde.
Was viele Berliner anbelangt, so ist die Kombination aus einem arroganten “Wir sind Hauptsadt”-Stolz in Verbindung mit einem Horizont von 900 km² eine furchbare Mischung. Es wird wohl noch etwas dauern, bis auch der letzte bemerkt hat, dass der Zug Berlin bereits abgefahren ist. Denn wie Uwe Göllner bereits richtig erkannt hat: “Die europäische Geschichte läuft gegen Berlin. Die POLITISCHE MUSIK DER ZUKUNFT spielt in Brüssel.”
Geschrieben am 27.06.08 um 14:51 Uhr in
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