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Warum Unternehmen in Krisenzeiten zu Vater Staat laufen

Natürlich stößt es bei vielen Menschen auf Unverständnis, dass Manager großer Konzerne und Banken beim Staat um Geld betteln. Das ist verständlich. Schließlich wurden in den vergangenen Jahren satte Gewinne eingefahren.
Allerdings ist das nur das Ergebnis eines ganz anderen Problems. Nämlich der Politik.

Das die Manager beim Staat die Hand aufhalten ist vollkommen rational und nachvollziehbar. Denn warum machen sie es? Die Antwort ist ganz einfach: Weil sie es können!

Ich sage nicht, dass es gut ist. Denn in einer freien Marktwirtschaft muss Misswirtschaft eines Unternehmens bestraft werden. Ein Unternehmen, welches nicht auf die Idee kommt für schlechte Zeiten Rücklagen zu bilden und sich auf Krisen (die es im Kapitalismus immer wieder gibt und die auch ihr gutes haben) vorzubereiten hat es nicht anders verdient als sang und klanglos unterzugehen. Egal, ob es sich dabei um die Deutsche Bank, General Motors oder den Metzger um die Ecke handelt.

Die Problematik besteht darin, dass die Politiker bereit sind, sich Wählerstimmen zu kaufen indem sie - möglichst Medienwirksam - versuchen irgendwelche Konzerne vor der Pleite zu retten. Wohin so etwas in der Regel führt sieht man an vielen Beispielen. So wie bei der Philipp Holzmann AG, um einmal eines beim Namen zu nenne.
Und Manager und Konzerne nehmen diese Möglichkeit des einfachen Geldsegens natürlich gerne in Anspruch, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Und wenn ein Land erst einmal damit angefangen hat, müssen alle anderen nachziehen. Denn es wäre unverantwortlich würde Deutschland seine Automobilhersteller nicht genauso vor der Insolvenz schützen wie die USA oder andere Länder ihre heimische Autoindustrie. Der freie Wettbewerb, der normalerweise für das ausscheiden der “Schwächsten” sorgen würde ist ohnehin schon verzerrt. Weiterhin “fair play” an den Tag zu legen und auf die selbstregulierenden Kräfte der Marktwirtschaft zu hoffen bringt also ohnehin nichts mehr, da man nur das Nachsehen hätte.

Im Falle der Banken würde ich sogar von einer besonderen Ausnahme sprechen. Denn da so viele auf einmal betroffen sind würde ein unkontrolliertes Bankensterben die gesamte Volkswirtschaft in Mitleidenschaft ziehen, welche maßgeblich vom Finanzsektor abhängig ist.
Wenn ich mir allerdings anschaue, wie viele der betroffenen Banken bereits dem Staat gehören, ist es stark zu bezweifeln, dass eine Verstaatlichung von Banken der richtige Weg zur Rettung ist.