Der etwas schüchterne 小磯 健二 (Koiso Kenji) willigt ein, seine ältere Mitschülerin 篠原 夏希 (Shinohara Natsuki) zu dem Geburtstag ihrer neunzigjährigen Großmutter 陣内 栄 (Jinnouchi Sakae) nach 上田市 (Ueda) zu begleiten. Er ahnt nicht, dass sie ihn dort als ihren Freund vorstellen wird, weil sie ihrer Oma versprochen hat, sich einen anständigen Partner zu suchen.
Verdattert und überrascht willigt er schließlich ein, bei dieser Scharade mitzuspielen. Zumal er anfängt die etwas kauzige Großfamilie immer mehr in sein Herz zu schließen. Einzig das unerwartete Auftauchen von 陣内 侘助 (Jinnouchi Wabisuke) - dem Schwarzen Schaf der Familie - sorgt für Ärger und Unruhe innerhalb des sonst so glücklichen Familienidyll.
Doch plötzlich gibt es ganz andere Probleme: Das weltweite Computernetzwerk OZ wurde kompromittiert, was zu allerhand Chaos in der realen Welt führt: Ampelsysteme spielen verrückt, GPS Daten stimmen nicht mehr, etc. Schließlich melden Nachrichten, dass 小磯 健二 darin verwickelt sei, welcher sich allerdings keiner Schuld bewusst ist.
Schnell stellt sich die Frage, wer wirklich hinter all dem steckt. Und niemand ahnt, dass sich Japan und die Welt bald mit einer noch viel größeren Gefahr aus dem Cyberspace konfrontiert sehen; der sich die Familie 陣内 schließlich gemeinsam entgegen stellt.
Als ich 2009 in Japan war, lief Summer Wars gerade in den japanischen Kinos und es war bereits offensichtlich, dass der Film einer der großen Kinohits des Jahres werden würde. Wer 時をかける少女 von 細田 守 (Hosoda Mamoru) kennt, weiß bereits, worauf man sich einstellen kann: Exzellente Anime-Kunst der Extraklasse. Spannend erzählt und animiert, beginnt man schnell, sich für die etwas abgedrehte, aber actionreiche und auch herzzerreißende Story zu begeistern. Das Gesamtbild wird durch viele liebenswerte Charaktere und einen wirklich guten Soundtrack von Akihiko Matsumoto abgerundet und perfektioniert.
Da der Film auf der Erdsee-Romanreihe von Ursula K. Le Guin basiert, finde ich den deutschen Titel passender als den japanischen, welcher übersetzt Geds Kriegschroniken bedeutet. Denn um Krieg geht es in dem Anime nicht wirklich.
Drachen duellieren sich in den Lüften, mysteriöse Seuchen raffen Mensch und Tier dahin und Zauberer verlieren ihre Macht. Kurzum: Die Welt von Erdsee gerät aus dem Gleichgewicht. Aus diesem Grund begibt sich der Erzmagier Ged - genannt Sperber - auf seine Reise um die Ursache für diese Geschehnisse zu finden.
In der Wüste begegnet er dem jungen Prinzen Arren, welcher nach dem Mord an seinem Vater und dem Diebstahl eines magischen Schwertes, aus seinem Königreich geflohen ist. Sperber kümmert sich um ihn und gemeinsam reisen sie weiter durch das Land.
Sie erreichen schließlich Sperbers alte Freundin Tenar, die mit einem jungen Mädchen, welches von einer Verbrennung im Gesicht gezeichnet ist, zusammen lebt. Im Gegenzug für Verpflegung und Unterkunft helfen Sperber und Arren bei der Feldarbeit.
Doch es gilt immer noch herauszufinden, welche dunklen Mächte die Welt bedrohen und was für Geheimnisse einige der Charaktere noch haben…
Leider ist es 宮崎 吾朗 (Miyazaki Gorō) in diesem Anime nicht gelungen in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Insgesamt ist die Handlung zu schleppend und will nicht richtig in Gang kommen. Außerdem wirkt alles etwas konfus und wild zusammen gestückelt. Vielleicht war auch einfach die Romanvorlage zu episch und das Unterfangen diese in einen einzigen Film zu pressen von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Fakt ist jedoch leider, dass einem die Charaktere bis zum Ende größtenteils verschlossen bleiben. So, dass ein - für Studio Ghibli Verhältnisse - eher unterdurchschnittlicher Film entstanden ist.
Ich bin ganz sicher kein ドラゴンボール Fan und kann auch mit dem Opening Cha-La Head-Cha-La nicht viel anfangen. Aber wenn es von 平野 綾 (u. a. 泉 こなた aus らき☆すた) mit solch einer Inbrunst gesungen wird, mache ich gerne mal eine Ausnahme. SPARKING! ^_^
The Sky Crawlers ist eine sechsteilige Romanserie des japanischen Autors 森 博嗣 (Mori Hiroshi). In dieser wird die Geschichte einer Gruppe von Piloten erzählt, welche in einem Krieg zwischen zwei Rüstungskonzernen (Lauder und Rostock) kämpfen.
- スカイ・クロラ (The Sky Crawlers)
- ナ・バ・テア (None but Air)
- ダウン・ツ・ヘヴン (Down to Heaven)
- フラッタ・リンツ・ライフ (Flutter into Life)
- クレィドゥ・ザ・スカイ (Cradle the Sky)
- スカイ・イクリプス (Sky Eclipse)
Basierend auf diesen gibt es außerdem eine Manga-Serie von 鶴田 謙二 (Tsuruta Kenji).
Zu meinem großen Bedauern gibt es aber bisher von beidem weder eine deutsche noch eine englische Übersetzung.
2008 feierte das gleichnamige Anime in Japan Premiere. In diesem wird Yuuichi Kannami als neuer Pilot zum kleinen Urisu Luftwaffenstützpunkt in Nordeuropa versetzt um für Rostock zu kämpfen. Er gehört zu den so genannten Kildren: Künstlich erschaffene Kinder, welche nicht altern. Ihr Schicksal ist es, im endlosen Krieg zwischen Lauder und Rostock zu kämpfen und zu sterben.
Mit schön animierten CGI-Actionszenen und einem erstklassigen Soundtrack von 川井 憲次 (Kawai Kenji) ist Regisseur 押井守 (Oshii Mamoru) seinem Stil treu geblieben und hat mit dem Film ein tiefgründiges und emotionales Anime-Erlebnis geschaffen, das eindeutig Lust auf mehr macht.
In Japan ist bekanntlich alles ein bisschen anders als bei uns. Und selbst bekannte Unternehmen wie Microsoft bilden da keine Ausnahme. Aber ich fange für ein besseres Verständnis lieber von vorne an:
Bekanntlich gibt es in Japan verschiedene Names-Suffixe, welche in bestimmten Situationen verwendet werden. Das bekannteste dürfte -san (さん) im Sinne von “Herr” oder “Frau” sein. Die Verniedlichung davon, welche bei Kindern oder auch weiblichen Familienangehörigen verwendet wird ist -chan (ちゃん). Davon gibt es allerdings noch eine weitere, noch “süßere” Verniedlichung welche besonders gerne in Anime und Manga oder für ganz kleine Kinder oder Haustiere verwendet wird: -tan (たん).
Inzwischen hat jedes Betriebssystem ein inoffizielles Maskottchen - eine OS-tan - bekommen. Den Anfang hat dieses Internetphänomen im japanischen Futaba Channel (ふたば(双葉)☆ちゃんねる) Imageboard genommen. Dabei werden jeder dieser Charaktere bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen angedichtet, welche das jeweilige Betriebssystem charakterisieren. Beispielsweise versucht WindowsME-tan immer ihr bestes zu geben. Ist aber zu tolpatschig (abstürze) und irritiert damit ihre Schwestern.
Den Höhepunkt hat das ganze allerdings mit Windows 7 erreicht. Denn Microsoft hat seinem neusten Betriebssystem das erste offizielle Maskottchen - nämlich Madobe Nanami verpasst. Gesprochen wird sie von Mizuki Nana (水樹 奈々).
Die ersten 7777 in Japan verkauften Exemplare der Windows 7 Ultimate DSP Edition sollen laut Akiba PC sogar zusätzliche Wallpaper und Sounddateien von ihr enthalten. So kam es, wie es kommen musste:
Inzwischen hat 窓辺ななみ sogar ihre eigene Twitter Seite.
Da fragt man sich wieder, warum es so etwas eigentlich nur in Japan gibt?!
Wird also Zeit, dass ich mir endlich Windows 7 und diese Theme installiere… ;-)
Patrick W. Galbraith gehört zu den wenigen Menschen, die sich objektiv, intensiv und offen mit dem Phänomen Cool Japan bzw. der japanischen Popkultur und ihrer Ausprägungen wie Anime, Manga, JPop, etc. auseinandersetzt hat.
Das Buch ist genau das, was es sein sollte. Nämlich eine ausführliche (ich war angenehm überrascht wie umfassend) Enzyklopädie von A wie Aho (アホ) über F wie Fan Service (ファンサービス) und M wie Moe (萌え) bis zu Z wie Zettai Ryouiki (絶対領域).
Wie bereits gesagt ist es äußert umfangreich und beschäftigt sich mit vielen verschiedenen Begriffen, Orten, Veranstaltungen oder auch bekannten Personen (z. B. dem Blogger Danny Choo).
Darüber hinaus enthält das Buch einige kurze aber interessante Interviews mit Personen, welche in der Szene zu Hause sind. Unter anderem von:
Yamamoto Yutaka (山本 寛), dem Regisseur von The Melancholy of Haruhi Suzumiya (涼宮ハルヒの憂鬱 (Suzumiya Haruhi no Yūutsu)) oder Lucky Star (らき☆すた (Raki☆Suta)),
Okada Toshio (岡田斗司夫) Mitgebgründer des Animationsstudios GAINAX oder
der Sängerin, Tarento (タレント), Bloggerin, Idol (アイドル) und Zeichnerin Nakagawa Shōko (中川 翔子)
Meiner Einschätzung nach ist die im Kodansha Verlag erschienene Enzyklopädie ein literarisches MUSS für jeden, der sich für das Thema Otaku-Subkultur in Japan und seine Zusammenhänge ernsthaft interessiert.
Übrigens habe ich mein Exemplar für 2.100 円 (inkl. Steuer) in Roppongi (六本木) gekauft. ^_^
Wenn ich mir eine CD kaufe, dann grenzt das entweder an ein Wunder oder sie ist importiert. Letzteres ist mal wieder der Fall. Quasi als Ergänzung zum Ragnarock City Artbook von Urushihara Satoshi (うるし原 智志) das passende Hörspiel. Selbstverständlich in Japanisch. ^_^
Zu meiner Überraschung und meiner Erheiterung hatte meine Aussage“Heute habe ich Akiba beim Aufwachen zugesehen.” bei einigen Leuten unerwartete Assoziationen hervorgerufen und die Frage, wer denn nun diese “Akiba” sei wurde mir ein paar mal gestellt. *lol*
Um das Missverständnis aufzuklären: Akiba (アキバ) ist nichts weiter als die verkürzte Form von Akihabara (秋葉原), einem der berühmtesten Stadtviertel Tokyos, welches auch als Akihabara Electric Town bzw. Akihabara Denki Gai (秋葉原電気街) bekannt ist.
Zuerst einmal trägt Akihabara diesen Beinamen zu Recht. In dem berühmten Elektronikviertel bekommt man alles, was mit Strom betrieben wird. Vom hochmodernen LCD Bildschirm bis zu einzelnen Transistoren. Besonders erwähnenswert ist hierbei Yodobashi-Akiba, welches zur Yodobashi Camera Co.,Ltd. (ヨドバシカメラ) gehört und im Frühling 2005 eröffnet wurde. Japans größter Elektronikmarkt ist einfach nur als GIGANTISCH zu bezeichnen. In 9 Stockwerken und auf insgesamt 23.800 Quadratmetern Verkaufsfläche findet man wirklich alles an elektronischen Gerätschaften, was man sich vorstellen kann.
1997 begann sich das Aussehen Akihabaras allerdings zu ändern. Immer mehr Manga- und Anime-Shops eröffneten und so ist Akihabara heute nicht nur ein Elektronikviertel sondern auch ein Mekka der Otaku- und Nerdkultur. Diese Entwicklung beruht wahrscheinlich hauptsächlich darauf, dass Otaku - aus offensichtlichen Gründen - in der Regel nicht mit Frauen zu Recht kommen. Und da Frauen traditionell wenig Interesse an technische Spielereien haben, lag die Idee nahe, ausgerechnet in Akihabara solche Geschäfte zu eröffnen. Inzwischen ist alles, was in der Szene Rang und Namen hat (Toranoana, Mandarake, Gamers, etc.) auch in Akihabara vertreten und andere Auswüchse dieser Subkultur haben in Akiba ihren Anfang genommen.
Zum Beispiel eröffnete 2001 das erste permanente Maid Cafe (メイドカフェ), d. h. ein Cafe, in dem man von Frauen bedient wird, welche wie französische Dienstmädchen angezogen sind. So, dass Otaku wenigstens ein bisschen Kontakt zum weiblichen Geschlecht haben. Man sei allerdings gewarnt. Zum einen ist der Spaß nicht gerade billig und alles kostet extra (z. B. pro Photo 500 円). Zum anderen stehen die wirklich hübschen Mädels in ihrem Kostüm auf der Straße um für das jeweilige Cafe zu werben.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Photos mit den wenigen Menschen und Autos sind morgens entstanden, als Akiba gerade aufgewacht ist. ^_^
“Hans had the potential to be a cool character, (flying pig = awesome) problem was that he really had no relevance to the game’s overall story, and kind of disappeared in most of the game. When speaking of cutesy mascot characters, even ones like Pikachu in Pokémon or Chu Chu in Xenogears had the one awesome scene where the character’s worth to the party is materialized. Hans was there as just a token pointless cute thing that Sega will obviously use to sell plushies.”
Gestern haben Arne, Yvonne und ich den ganzen Nachmittag zusammen in Tokyo verbracht und unter anderem den lebensgroßen Gundam in Odaiba bewundert. Heute haben Arne und ich noch einen drauf gesetzt und sind zur Live-Lasershow mit Musik (OST) und Gundamvideos auf einer großen Leinwand und natürlich jeder Menge Merchandising gegangen. Schließlich muss der 30. Geburtstag der Space-Opera gebührend gefeiert werden. Und Tokyo feiert kräftig mit.
Als Fazit ist zu sagen, dass sich der Besuch auf alle Fälle gelohnt hat und - auch, wenn mir nun die Füße höllisch weh tun - unter “man muss dabei gewesen sein” verbucht werden kann. Denn viele der Lieder habe ich gekannt und war dementsprechend genauso begeistert, wie die umstehenden Japaner. Außerdem ist bewiesen, dass es um die - sonst so abgeklärten und nüchternen - Tokyoter zu begeistern nicht viel mehr braucht als einen lebensgroßen Kampfroboter aus einem der erfolgreichsten Animes aller Zeiten, der den Kopf bewegen kann.