Olympische Spiele 2008

Die Olympischen Sommerspiele 2008 sind nun bereits seit einiger Zeit beendet und waren ein riesen Erfolg. China konnte sich der Welt präsentieren, das IOC war mit Ablauf und Organisation voll zufrieden und der DOSB freute sich über die zahlreichen Medaillen. Ist doch alles wunderbar, oder? Zumindest, wenn man es vermeidet an die Zeit vor- und während der Spiele zu denken.

Erst wurde die Vergabe der Spiele damit gerechtfertig, dass diese zu einer Besserung der Menschenrechtslage in China beitragen könne. Als dann das Wort “Boykott” in den Mund genommen wurde, wurde jedoch sofort darauf hingewiesen, dass die Spiele nicht für politische Ziele instrumentalisiert werden düften. Schade nur, dass dies Wunschdenken war und ist. Die Spiele waren schon immer politisch. Egal, ob es sich um die Propagandaspiele 1936 in Berlin, die Boykottspiele während des kalten Krieges oder eben um die olypmischen Spiele 2008 in China handelt. Neu war allerdings, dass es diesmal nicht hieß West gegen Ost, sondern China gegen den Rest der Welt.
Und an der Menschenrechtslage hat sich selbstverständlich überhaupt nichts verändert.
Was die versprochene Pressefreiheit anbelangt, so haben die vielen Quärelen und Einschränkungen denen sich westliche Reporter aussetzen mussten gezeigt, dass man es mit dieser, je nach Bedarf, mal mehr und mal weniger genau genommen hat.
Von Tibet ganz zu schweigen…

Aber wie schon der ehemalige IOC-Präsident Avery Brundage sagte: “The games must go on.”
Denn bei all dem Geld, was hinter den Spielen steckt wird niemand auch nur im Traum daran denken, diese weiter zu hinterfragen. Und ihre Propagandawirkung unumstritten. Ich bin mal gespannt, wann sie an Nordkorea vergeben werden.

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