Torii von Itsukushima - Insel Miyajima

Idiocracy

04.09.07

Im Jahre 2005 werden Joe Bauers (Luke Wilson) und Rita (Maya Rudolph) zwei durchschnittliche Exemplare der Spezies Mensch in einem geheimen US-Forschungsprojekt eingefroren. Eigentlich sollte dieser Kälteschlaf auf ein Jahr beschränkt sein. Doch aufgrund unglücklicher Umstände geraten sie in Vergessenheit und erwachen erst 500 Jahre später im Jahre 2505. Die Welt hat sich inzwischen jedoch dramatisch verändert. Die Dummen sind an der Macht und der Planet zerfällt immer mehr. So konsumiert die Bevölkerung beispielsweise kein Wasser mehr, sondern ausschließlich einen Energy-Drink. Und die beliebteste Fernsehsendung ist “Ow! My Balls!”. Wie der Name bereits verrät ist die Ähnlichkeit mit Jackass offensichtlich.
Joe versucht, sich in der ihm vollkommen fremden Welt zurecht zu finden und wird prompt er von der Polizei festgenommen, da er keinen eintätowierten Strichcode besitzt. Dies führt zu einer Begegnung mit dem, was wir eine Karrikatur eines Rechtssystems nennen würden.
Idiocracy Als die Regierung, angeführt von ihrem Präsidenten - einem ehemaligen Rapper, Wrestler und Pornostar - Camacho (Terry Crews) auf Joe aufmerksam wird, da er mit seinem IQ von 100 mit Abstand der intelligenteste Mensch auf dem Planeten ist, wird dieser begnadigt und zum Innenminister ernannt um all ihre Probleme zu lösen. Als sein Vorschlag, die Felder nicht mehr mit dem Energy-Drink sondern mit Wasser zu bewässern nicht zum sofortigen Erfolg führt und millionen arbeitslos werden, fordert ein wütender Mob seinen Kopf. Dies gipfelt in einer Rehabilitation, was gleichbedeutend mit einem Kampf auf Leben und Tod ist. Nur, dass der zu Rehabilitierende - im Gegesatz zu seinem Kontrahenten - keinen Monstertruck fährt.

Idiocracy wurde mir zu Recht empfohlen (danke Dirk). Zum einen handelt es sich um eine sehr gute und witzige Komödie welche viele Eigenarten der amerikanischen (aber leider auch unserer) Gesellschaft auf die Schippe nimmt. Zum anderen ist es eine erstklassige Dystopie von dem, was uns vielleicht noch blühen könnte. Eine Gesellschaft, welche zunehmen verblödet und ausschließlich an Bedürfnisbefriedigung interessiert ist. Nicht mehr in der Lage irgendwelche (Problem-)Zusammenhänge zu verstehen, geschweigedenn diese zu lösen. Was schließlich in dem vollständigen Zerfall von Infrastruktur, Kultur und Wissenschaft gipfelt.

IdiocracyWenn man sich die heutige Gesellschaft anschaut, so ist dieser Trend bereits zu beobachten. Während die intelligenteren Menschen in erster Linie an ihre Karriere denken und erst spät, wenige Kinder bekommen (wenn überhaupt), sieht dies beim Prekariat ganz anders aus. Arbeits- und antriebslos vermehrt sich diese Schicht überproportional zum Rest der Bevölkerung. Ich weiß, dass diese Aussage politisch nicht korrekt ist. Aber wer etwas anderes behauptet sollte aufhören die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Was übrigens Jörgs Idee von Sterilisationsmitteln in kostenlosen Bonbons im Sozialamt wieder interessanter macht…

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