Torii von Itsukushima - Insel Miyajima

Europäischen Gedenktag für die Opfer des Terrorismus

11.03.08

Auch, wenn der Eintrag durch einen Beitrag im Radio welchen ich heute Morgen gehört habe inspiriert ist, komme ich doch zu einem gänzlich anderen Ergebnis.

Heute vor 4 Jahren - am 11. März 2004 - ereigneten sich in Madrid die Terroranschläge, welche fast 200 Menschen das Leben kosteten und Europa erschütterten. Denn der islamistische Terror war auch auf unserem Kontinent angekommen. Und noch 2004 wurde der 11. März auf Vorschlag des Europäischen Parlaments zum europäischen Gedenktag für die Opfer des Terrorismus erklärt.

Aber was gedenken wir an diesem Tag eigentlich? Gedenken wir den Opfern? Gedenken wir, dass diejenigen, welche Unschuldige töten nie im Recht sein können? Oder gedenken wir daran, dass wir die Gründe die zu Terrorismus führen bekämpfen müssen?
Meines Erachtens gedenken wir daran, zu welche skrupelloser Grausamkeit die Religion (egal welche) die Menschen treiben kann. Da wirkt es fast schon lächerlich wenn liberale Kräfte versuchen die Religion zu verteidigen indem sie uns einzureden versuchen, dass diese Leute nur irregeleitet wären und den Geist der Religion nicht verstanden hätten. Es ist eben nicht so, dass die Religion ein vorgeschobener Grund für Terrorismus ist. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Die Religion ist die Keimzelle des radikalen Fundamentalismus.
Diese Leute sind nämlich keine Wahnsinnigen, welche versuchen ihre Taten mit ihrer religiösität zu begründen. Das Gegenteil ist der Fall. So unvorstellbar es klingen mag aber sie glauben tatsächlich zu tiefst an das, was in ihrer “heiligen Schrift” steht und sind davon überzeugt das Richtige zu tun. Sie sind rationaler als man denkt und sich ihren Taten voll bewußt. Die Leute sind also in erster Linie gläubig und im Nachhinein hat sich dieser menschenfeindliche Fundamentalismus entwickelt.

Aber wir gedenken auch um nicht zu vergessen. Denn nur, wer sich an die Vergangenheit erinnert ist auch in der Lage aus dieser zu lernen. Und wie die Vergangenheit gezeigt hat sind im Namen der Religion bereits unzählige gestorben. Egal ob durch Terror, Verfolgung oder Religionskriege. Aber solange wir uns einzureden versuchen, dass das Problem die Menschen seien welche die Religion als Vorwand benutzen, wird sich daran auch nichts ändern. Es wird wohl noch lange dauern, bis die Menschheit die Religion als eigentliche Wurzel dieses Übels erkennt.

Bisher 2 Kommentare

Du hast sicher Recht, dass Religion oft als Vorwand benutzt wird, um terroristische Aktionen zu rechtfertigen, allerdings denke ich, dass das Ganze etwas weitläufiger ist.
Es gibt auch religiöse Menschen, die sich nicht durch ihre Religion zum Terrorismus verleitet sehen.
Und es gibt auch Terroristen, die nicht primär religiös motiviert sind.

Du hast sicher Recht, dass Religion oft als Vorwand benutzt wird, um terroristische Aktionen zu rechtfertigen, allerdings denke ich, dass das Ganze etwas weitläufiger ist.
Genau das sage ich eben nicht. Es ist kein Vorwand. Es ist die treibende Kraft dahinter.

Es gibt auch religiöse Menschen, die sich nicht durch ihre Religion zum Terrorismus verleitet sehen.
Natürlich gibt es die. Aber der blinde Glaube an etwas - und das ist nunmal ein Kernstück der Religion - führt zum Fundamentalismus. Es gibt unglaublich viele Menschen (auch in Deutschland), welche davon überzeugt sind, dass an die Entstehungsgeschichte in der Bibel richtig und die Evolutionstheorie Chales Darwins falsch sei. In den USA gibt es sogar Menschen (nette, rationale Leute, keine Psychopathen), welche Abtreibungsärzte umbringen, weil sie der Meinung sind dadurch das Leben von Babys zu retten. Und das nur, weil die Kirche Abtreibung mit Mord gleichsetzt und dies von diesen Leuten geglaubt wird.

Die Religion ist noch Keimzelle von so anderen, äußerst absurden Entartungen. Schließlich ist die Religions(freiheit) inzwischen zu einem Totschlagargument geworden, welches gerne und oft angewandt wird.
So wurde dem zwölfjährige James Nixon aus Ohio 2004 gerichtlich das Recht zugebilligt in der Schule ein T-Shirt mit der Aufschrift “Homosexualität ist eine Sünde, Islam ist eine Lüge, Abtreibung ist Mord” zu tragen. Der Schulleiter hatte das T-Shirt verboten, da dieses gegen die Antidiskreminierungsgesetze der USA verstößt und die Eltern hatten anschließend geklagt.
Das wirklich tragische an dieser Sache ist, dass man ja auf eine verzerrte und wirre Art und Weise einen Funken an Zustimmung empfinden müsste, wenn sich die Kläger auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung berufen hätten. Aber weit gefehlt. Die Anwälte der Nixon-Familie beriefen sich auf die verfassungsmäßig garantierte Religionsfreiheit.
Mit anderen Worten galt in diesem Fall: Mein Recht Christ zu sein erlaubt es mir, dich zu diskreminieren. Und das ist ein Skandal! Hätten sie dafür geklagt ihre Vorurteile behalten zu dürfen wäre die Klage abgewiesen worde. Aber die Religion erwies sich als Trumpf.

Und es gibt auch Terroristen, die nicht primär religiös motiviert sind.
Natürlich. Zum Beispiel, wenn es um Unabhängigkeitsbestrebungen wie bei der ETA in Spanien geht. Aber das macht es leider nicht besser.
Die Anschläge in Madrid waren nunmal in erster Linie religiös motiviert. Genauso wie die Konfliksituation im Nahen Osten. Oder die Spannungen zwischen Pakistan und Indien. Denn Sean O’Casey hatte recht, als er sagte: “Die Politik hat Tausende hingemetzelt, die Religion Zehntausende.”



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