Einträge aus der Kategorie: Literatur

Vom Leben und Tod Gottes

Eine Sammlung zahlreicher Kurzgeschichten von J. G. Ballard und mein erster - bewusster - Kontakt mit diesem Autor und durchaus ein zweischneidiges Schwert. Sicherlich sind die meisten der Geschichten eindeutig dem Genre des Science-Fiction zuzuordnen. Allerdings liegt der Schwerpunkt sehr oft auf der Psyche der Protagonisten, welche sich in einer - oft sehr surrealen - Welt immer weniger zu Recht finden. Vor allem der Aspekt der Zeit und deren Wahrnehmung sowie postapokalytische Szenarien von zerstörten Städten, Sandmeeren, Stränden und Kristalisierung sind immer wiederkehrende Bilder.
Manche Storys sind einfach nur langweilig, während andere wirklich begeistern und innovativ sind. Allen gemein ist, dass sie meist ziemlich verstörend sind. Insbesondere der Aspekt der Isolation und Einsamkeit wird immer wieder aufgegriffen. Dabei wird eine Atmosphäre rüber gebracht, die mich sehr stark an Fragile Dreams erinnert hat.

Durchgangszeit
Gefangener des Korallenmeers
Der verschollene Leonardo
Der letzte Strand
Der leuchtende Mann
Das Delta bei Sonnenuntergang
Der ertrunkene Riese
Die Giaconda des Mittagszwielicht
Der Vulkan tanzt
Die Morde am Strand
Der ewige Tag
Der unmögliche Mensch
Sturmvogel, Sturmträume
Morgen ist in Jahrmillionen
Das Attentat auf John Fitzgerald Kennedy unter dem Aspekt eines Autorennens betrachtet
Hope Cunard
Das Wiedererkennen
Die Wolkenbilder von Coral D
Warum ich Ronald Reagan ficken möchte
Der tote Astronaut
Die COMSAT-Engel
Das Schlachtfeld
Aller Tage Abend
Sag dem Wind Lebewohl
Die fantastischste Fernseh-Shwo der Welt
Mein Traum, nach Wake Island zu fliegen
Die Flugzeugkatastrophe
Tiefflieger
Vom Leben und Tod Gottes
Notizen zu einem geistigen Zusammenbruch
Der Sechzig-Minuten-Zoom
Das Lächeln
Die ideale Stadt
Die Zeit der Toten
Der Index
Familienglück
Kriegstheater
Dolce far niente
Ein Nachmittag am Strandabschnitt Utah
Tierkreis 2000
Motelarchitektur
Wild schwärmende Fantasien
Nachrichten von der Sonne
Erinnerungen an das Raumfahrtzeitalter
Mythen einer nahen Zukunft
Bericht über eine unidentifizierte Raumstation
Das Angriffsziel
Antworten auf einen Fragebogen
Der Mann, der auf dem Mond spazieren ging
Die geheime Geschichte des Dritten Weltkriegs
Liebe unter kälterem Himmel
Der ungeheure Raum
Der größte Freizeitpark der Welt
Kriegsfieber
Traumfracht
Anleitung zum virteuellen Tod
Die Botschaft vom Mars
Bericht über einen obskuren Planeten

Vom Leben und Tod Gottes

Rapture

Angesichts des Abwurfs der Atombomben im August 1945 über Japan und den aufkeimenden Spannungen zwischen Ost und West, rechnet der exzentrische und chraismatische Milliardär und Großindustrielle Andrew Ryan mit dem schlimmsten: Einem nuklearen Holocaust, der die menschliche Zivilisation vernichten wird.

RaptureAllerdings hat er einen fantastischen Plan ersonnen. Er will alle seine finanziellen Mittel und seine Macht einsetzen um eine geheime Unterwasserstadt im Atlantik zu errichten: Rapture.
In dieser autarken Umgebung sollen er und von ihm ausgewählte das Ende der Menschheit überstehen und eine neue, utopische Gesellschaft nach seinen Vorstellungen aufbauen. Rein kapitalistisch, leistungsorientiert und ohne gesellschaftliche oder religöse Zwänge irgend einer Art.

Doch schnell empfinden die Menschen die gewählte Isolation als Gefängnis. Hinzu kommt, dass es viele Verlierer in diesem System gibt, welche sich betrogen und ungerecht behandelt fühlen. Unlautere Geschäftspraktiken nehmen zu, die Zahl der Armen Wächst und mit ihr auch die sozialen Spannungen in Rapture. Selbst vor menschenverachtenden Experimenten wird nicht mehr zurück geschreckt. So zeichnet sich bereits ab, dass das ganze nur in einer Katastrophe enden kann.

Als Fan der Bioshock Spiele von 2K Games habe ich mir das Buch dazu natürlich nicht entgehen lassen (übrigens im Englischen Original). Es spielt zeitlich vor den Ereignissen der beiden Spiele und ich fand es sehr unterhaltsam.

John Shirley orientiert sich sehr genau an der Spiele-Vorlage und hat trotzdem die ein oder andere unvorhergesehene Wendung eingebaut.
In gewisser Weise transportiert das Buch die Atmosphäre besser als das Spiel. Die klaustrophobische Enge in Rapture, die dich ausweitenden Spannungen und die Ängste und Verzweiflung der Menschen, die sie sich in religiösen Irrglauben flüchten lässt oder durch die sie immer unmenschlicher werden.
Die Charaktere kommen einem erheblich näher. So merkt man schnell, dass nicht nur der große Andrew Ryan eine schier unüberwindliche Hybris besitzt, die schließlich zum Untergang seines eigenen utopischen Traums führen wird. Auch viele andere waren daran beteiligt. Und es ist interessant die detaillierten Hintergründe und ihre Motive zu erfahren.

Zu empfehlen das Buch allen, welche die Spiele gerne gespielt haben und jedem, der auf dystopische Zukunftsvisionen steht.

Betrogen

Das zweite Buch zu Star Wars: The Old Republic, welches mir Nico ausgeliehen hat, hat mich ebenso positiv überrascht, wie das erste. Im Gegensatz zu diesem ist es enger mit dem Spiel verknüpft, da es die direkte Vorgeschichte beinhaltet, welche man auch in einem der Videos sieht.

Für die Republik und die Jedi bricht ihre bis dahin geltende Weltordnung zusammen. Denn das Imperium hat das Herz der Republik, seine Hauptwelt Coruscant erobert und den Jeditempel vernichtet.
Die Hiobsbotschaft verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch die Galaxis. Und auch auf dem Planeten Alderaan, auf dem zur Zeit die Friedensverhandlungen zwischen der Republik und dem Impierum laufen, wird die Jedi-Ritterin Aryn Leneer - durch den Tod ihres Meisters Ven Zallow - alarmiert. Entgegen den Grundsätzen ihres Ordens entschließt sie sich, auf eigene Faust nach Coruscant zu reisen um den Mörder ihres Meisters aufzuspüren und seinen Tod zu rächen.
Währenddessen muss sich Darth Malgus - der Eroberer Coruscants - mit den Widrigkeiten der Politik innerhalb der Sith und des Imperiums auseinander setzen.

Betrogen

Ich finde, dass das Buch nach einem fulminanten Start - nämlich die Eroberung Coruscants - in der Mitte etwas abflacht und die Spannung nicht wirklich halten kann. Erst gegen Ende, wenn man erfährt, wie es mit Darth Malgus weiter geht und sich die Konfrontation zwischen ihm und Aryn Leneer anbahnt, wird es wieder richtig gut und lesenswert.
Sehr gut hat mir gefallen, wie innerlich zerrissen die jeweiligen Hauptcharaktere sind. So, dass man sie nicht wirklich in Kategorien wie Schwarz oder Weiß einteilen kann. Am Ende wählt jeder von ihnen seinen eigenen Weg und die Mittel um mit diesem Zerwürfnis seiner selbst fertig zu werden.

Eine unheilvolle Allianz

Nico war so freundlich, mir anlässlich des bevorstehenden Release des Star Wars: The Old Republic MMORPG zwei Bücher dazu auszuleihen. Und vom ersten bin ich angenehm überrascht.

Im Weltraum stößt das Schmugglerschiff Auriga Fire unter Befehl seinem Captain Jet Nebula auf ein manövrierunfähiges Schiff unbekannter Herkunft. Das Schiff selber identifiziert sich zwar als Cinzia, aktiviert dann allerdings die Selbstzerstörung, bevor es geentert werden kann.
Kurze Zeit später werden sowohl das Imperium als auch die Republik von den Hutten kontaktiert. Die Überreste des Schiffs - inkl. eines intakten Navigationscomputers - sollen auf Nal Hutta an den Meistbietenden versteigert werden. In der Hoffnung dadurch den Ursprung des fremden Schiffes zu erfahren und diesen bisher unbekannten Planeten zu annektieren, entsenden beide Großmächte diplomatische Vertreter um die Ware zu ersteigern.
Doch sowohl die Sith als auch die Jedi haben ihre ganz eigene Vorstellung davon, wie sie in den Besitz der Überreste kommen. Zu allem Überfluss haben auch noch die Mandalorianer ihre Finger mit im Spiel und sind ebenfalls nicht bereit, für diese Information zu bezahlen. Es bahnt sich nicht nur ein ausgedehnter Konflikt an, der schnell in einen offenen Krieg gipfeln könnte. Keine der beiden Seiten ahnt, dass in den Weiten des Alls noch eine viel größere Gefahr auf sie wartet, welche die gesamte Galaxis bedroht.

Eine unheilvolle Allianz

Die Handlung wird insgesamt aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt und gibt dadurch interessante Einblicke in der Beweggründe und Ambitionen der einzelnen Hauptpersonen. Zwar dauert es etwas, bis man mit den zahlreichen Charakteren wirklich warm wird und sich die Story so weit ausgeweitet hat, dass sie interessant wird; dann steigert sich das Buch allerdings kontinuierlich und bietet einen ordentlichen Abschluss, der eindeutig Lust auf mehr macht.

Voyage au centre de la terre

Der Hamburger Geologie Professor Otto Lidenbrock entedeckt in einem alten, in Runenschrift verfassten Buch, ein verschlüsseltes Dokument des isländischen Alchemisten Arne Saknussemm. Mit Hilfe seines Neffen und Assistenten Axel gelingt es, das Schriftstück zu entziffern. Beide staunen nicht schlecht, dass es den Weg zum Mittelpunkt der Erde weisen soll. Kurzerhand brechen beide zu einer abenteuerlichen Expedition nach Island auf, um diesem Hinweis nach zu gehen. Es beginnt eine abenteuerliche Reise voller Gefahren und unglaublicher Entdeckungen.

Ich empfand Reise nach dem Mittelpunkt der Erde weniger wissenschaftlich als Von der Erde zum Mond und Reise um den Mond. Durch die wechselnden Orte und Ereignisse liegt der Schwerpunkt mehr auf einer Abenteuergeschichte, was er Unterhaltung allerdings sehr zuträglich ist.

Buch vom Fürsten

Niccolò Machiavelli analysiert die religiösen und moralischen Prinzipien zur Erhaltung des Staates. Grundsätzlich befürwortet er diese, ordnet sie aber rigoros dem logischen Nutzen unter. D. h. er billigt das Überwinden ethischer Normen, wenn es die jeweilige Situation erfordert. Wichtiger als ein tugendhaftes Leben schätzt er die Fähigkeit ein, politischer Macht zu erwerben und zu erhalten. Dies rechtfertigt auch unlautere Mittel wie Lügen und Verrat, sofern sie dem wohle des Staates in seiner Gesamtheit dienen.

In diesem Buch erläutert Niccolò Machiavelli eine Staatstheorie, welche nicht nur ein Zeugnis seiner Zeit ist, sondern auch heute noch - obwohl das viele nicht wahr haben wollen - sehr aktuell ist. Dabei orientiert er sich an seinem Ideal Cesare Borgia (1475–1507), welcher seinen Machtanspruch mit aller Skrupellosigkeit durchsetzte und die Vereinigung Italiens durch die Vernichtung ganzer Feudal- und Stadtherrschaften voran trieb.

The Hound of the Baskervilles

Auf der Familie Baskerville lastet ein schrecklicher Fluch. In der Region Dartmoor, in dem sich der Familienstammsitz der Baskervilles befindet, soll ein schrecklicher, dämonischer Hund sein Unwesen treiben, der Jagd auf die Familienmitglieder macht. Als Sir Charles Baskerville tot, aber ohne erkennbaren Schaden, aufgefunden wird, macht sich sein Freund Dr. Mortimer auf den Weg nach London. Zum einen, um Sir Henry, der Erbe von Sir Charles, in Empfang zu nehmen und zum anderen um den legendären Detektiv Sherlock Holmes um Rat zu fragen. Dieser nimmt die Angelegenheit sehr ernst; ist jedoch mit anderen Ermittlungen in London beschäftigt. Daher schickt er seinen Freund Dr. Watson nach Baskerville Hall, um der Angelegenheit nach zu gehen und ein Auge auf Sir Henry zu haben.

Mit Der Hund der Baskervilles schuf Arthur Conan Doyle das dritte und vielleicht bekannteste Abenteuer seines Helden Sherlock Holmes. Gekonnt verbindet er Krimi- und Horrorelemente, die einem auch mal einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Das Buch ist auf jeden Fall besser als die meisten seiner Verfilmungen.

Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters

Das Evangelium ist die heilige Schrift des Fliegenden Spaghettimonsters und Bobby Henderson ist sein Prophet. Er legt alle offensichtlichen Gründe dar, warum die Religion des Pastafarianismus die einzig wahre ist und bietet viele Einblicke in diese. Zum Beispiel, dass die Piraten das auserwählte Volk sind und wie dies in Zusammenhang zur globalen Erwärmung steht. Oder welchen Einfluss das, mit seinen Nudeligen Auswüchsen alles durchdringende, Fliegenden Spaghettimonster auf wichtige Ereignisse der Weltgeschichte hatte. Wer das Buch gelesen hat, dem bleibt nichts anderes übrig, als zu konvertieren.

Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters

Ganz kurz zusammen gefasst halte ich von Religionen folgendes: Ich betrachte sie als Aberglaube und Hirngespinste, welche der Welt bei weitem mehr Leid als Nutzen gebracht haben und deren Überwinden ein essenzieller Bestandteil ist um das Überleben der Spezies Mensch zu sichern.
Das tragische ist nur, dass es immer noch viel zu viele Menschen gibt, die an sprechende Schlangen, fliegende Pferde, intergalaktische Imperatoren oder was auch immer glauben und es für bare Münze nehmen. Ungeachtet der Menschenverachtung, welche Religionen innewohnen.

Nun bewegt man sich als vernünftiger und logisch denkender Mensch immer auf einem schmalen Grad zwischen offener Verachtung und lautem Gelächter gegenüber solch einer Idiotie. Doch zum Glück haben sich einige, clevere Menschen wie Bobby Henderson solche Religionsparodien ausgedacht. Mit ihrer Hilfe kann man mit solchen Leuten auf dem selben intellektuellen Niveau diskutieren. Und äußert amüsant ist das ganze dann auch noch.

Le Château des Carpathes

In den Karpaten des rumänischen Transsylvaniens gehen merkwürdige Dinge vor sich, die ein Dorf und seine Bewohner in Angst und Schrecken versetzen. Das Karpatenschloß steht im Mittelpunkt mysteriöser Ereignisse wie geisterhafte Stimmen und schreckliche Lichterscheinungen.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirken mag bleibt Jules Verne sich treu und hat keinen Gruselroman geschrieben. Weniger Science-Fiction bedeutet in diesem Fall keinen schlechteren Roman. Gekonnt füllt er die Lücke mit interessanten Charakteren und einer Story um eine tragische Liebe zu einer jungen Frau.

Nothing For Ungood & And Good Is

Der Amerikaner John Madison und seine deutsche Frau Bettina sind Insider der deutschen und amerikanischen Gesellschaft und haben in beiden Kulturen ihre Erfahrungen Gesammelt.

In Nothing For Ungood lässt sich John Madden ausführlich über die Hürden der Deutschen Sprache, Gründe für das schlechte Wetter in Deutschland, die Probleme des hiesigen Verkehrssystems und viele weitere deutsche Eigenarten aus. Außerdem Beschreibt er die Sichtweise der Amerikaner, die z. B. immer nur Bayern mit Deutschland assoziieren und weshalb dieses irgendwie Texas gleicht.

Nothing For UngoodAnd Good Is

In seinem zweiten Buch And Good Is widmet sich der Autor den Gegebenheiten auf der anderen Seite des Atlantik. Er erklärt dem Leser, warum die USA das beste dritte Welt Land auf dem Globus ist und wieso man jeden einzelnen Bundesstaat einfach nur lieben muss. Außerdem gibt er hilfreiche Reisetipps, die einem das (Über-)Leben im Urlaub erleichtern und viele Details über amerikanische Marotten.

Beide Werke sind sehr lesenswert und äußert humorvoll. Zumindest für all jene, welche es verstehen mit Satire und Ironie richtig umgehen zu können. Alle Lokalpatrioten sollten hingegen besser die Finger von den beiden Büchern lassen. ^_^

Wirklich geizige Menschen können übrigens auch die beiden Blogs lesen, aus denen die beiden Bücher hervorgegangen sind: Nothing For Ungood und And Good Is.