Aber dann, nun ja, Fulda

In diesem Spiegel Online Artikel bekommt Fulda mal wieder sein Fett weg. So heißt es in dem Artikel über unleidliche Fahrgäste:

“Natürlich steigen sie in Fulda zu. In der katholischen Exklave inmitten hessisch-protestantischer Kernlande geht es ja traditionell etwas härter zu. Von hier stammen Kaliber wie der verstorbene rechtskonservative Bischof Johannes Dyba oder der aus der CDU verstoßene Martin Hohmann.”

Nachdem also bereits die Hulda aus Fulda durch die deutsche Talkshow-Landschaft getourt ist, die Firma Sixt der Stadt Fulda erst attestierte, sie sei “Deutschlands deprimierendste Stadt” und sie anschließend zur Hauptstadt ernennen wollte, Bischof Johannes Dyba Fulda durch seine erzkonservativen Ansichten sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht hat, Fulda der Wahlkreis des wegen antisemitischen Äußerungen aus der CDU ausgeschlossene Martin Hohmann war, wegen Schändung der Leiche von Bischof Adolf Bolte in den Schlagzeilen war (das ist schon etwas her, aber ältere Semester dürften sich noch sehr gut daran erinnern) und eine große Werbeanzeige für das Disneyland Paris in der Frankfurter Allgemeine Zeitung festgestellt hat “Fulda, zu langweilig!” (ich bedauere, dass ich die Werbung nicht aufgehoben habe), scheint es so, dass Fulda - sofern man dem Artikel glauben darf - wohl auch die griesgrämigsten und unfreundlichsten Rentner der Republik beheimatet.
Was soll man dazu noch sagen, außer vielleicht…

“Aber dann, nun ja, Fulda.”

E-Sixt Werbespot - Fulda depremierenste Stadt Deutschland
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Kommentare (5)

Andreaam 03.04.09 um 10:42

Tja, die Wahrheit ist hart ;P

Dornreschenam 03.04.09 um 13:36

Dann auch mal was Positives:
Ich mag Fulda. Und das nicht nur, weil ich nun seit kurzem selbst hier wohne, sondern weil ich es auch allgemein -gerade fürs Shoppen oder Weggehen- schon immer entspannender fand als das von der fiskalen Hektik durchpulste Frankfurt.
Außerdem ist die Altstadt sehr schön und Kunsthistoriker und allerlei andere Kulturbegeisterte kommen hier auch auf ihre Kosten.
Ferner wollte ich darauf hinweisen, dass u.a. auch derartige altphilologische Schmankerl wie das althochdeutsche Hildebrandslied im frühen Mittelalter im Kloster Fulda verfasst wurden. So schlimm und hinterwäldlerisch kann/konnte Fulda also gar nicht sein. ;)
Die Rhön bietet darüber hinaus noch einen schönen landschaftlichen Rahmen. Und die Tatsache, dass man sich hier in einer erzkonservativen Enklave des Katholizismus befindet, bietet ja eher anspornende Reibungspunkte, das zu ändern. ^^

Marcam 03.04.09 um 14:39

Fulda kann zwar nicht mit Tokyo mithalten *g* Aber im Großen und Ganzen mag ich Fulda auch. Ich sage immer: Die Stadt ist klein genug um viele Leute zu kennen aber immer noch groß genug um anonym zu sein. Ich kann mich also den Fulda-Hassern, denen die Stadt und das Umland zu provinziell sind nicht anschließen und auch deren Drang um jeden Preis wegziehen zu wollen, in keiner Weise verstehen. Allerdings finde ich es lustig, dass die meisten am Ende doch wieder kommen. :P

Leider ist das Image der Stadt und ihrer Bewohner nicht unbedingt das beste. Eben durch die genannten Ereignisse. Besonders nach dem Zwischenfall mit dem toten Bischof Bolte muss es wohl besser gewesen sein auf die Frage, wo man her kommt “Aus der Nähe von Frankfurt” zu antworten, da die Medien halb Fulda zu satanistischen Leichenschändern hoch stilisiert hatten.

Realistisch betrachtet stehen die Chancen, dass ich dauerhaft in Fulda bleibe allerdings eher schlecht. Was zum einen an meiner Branche und zum anderen an meinem Willen ins Ausland zu gehen, liegt.

campaigneram 05.04.09 um 10:48

Es kommt häufiger vor, dass ich zusammen zucke als dass ich frohlocke, wenn ich Fulda in den deutschlandweiten Nachrichten sehe… da ist die Hauptstadtkampagne doch mal ne nette Abwechslung. :)

Marcam 06.04.09 um 11:12

Es ist sicherlich die angenehmere der beiden Sixt Kampagnen.
Nach dem Sturm der Entrüstung über den Werbespot entschuldigte sich die Firma übrigens und produzierte einen weiteren Werbespot (der es allerdings nicht ins TV geschafft hat sondern den ich nur in einer Reportage darüber gesehen habe), der im Grunde genauso schlimm war, mit seinen (vollkommen überzeichneten) freudigen und glücklichen Bürgern. °_°

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