Archiv von 06/2009

Das große Kipp-Roll-Fall Debakel

Das hat sich Pro7 schön ausgemalt. Man nehmen einen Haufen Amateure, lasse diese irgendwelche wilden Domino-Parcours bauen - allerdings ohne Domino-Steine, denn den Domino Day gibt es ja schon auf RTL - packe die altbekannten, drittklassigen Moderatoren und C-Prominente, die man schon aus diversen Stefan Raab Shows kennt, dazu und übertrage das ganze dann im TV.
Ergebnis: Eine furchbar billige Produktion und gähnende Langeweile für die Zuschauer. Man konnte diese Sendung einschalten, wann man wollte. Neben den durchs Bild huschenden Assistenten, welche verzweifelt versuchten diese immer wieder stoppende Kettenreaktion wieder in Gang zu setzten sah man sich dem unaufhörlichen und furchbar nervenden Kommentatorengeschwafel ausgesetzt, welches regelmäßig in den Satz “Die Uhr wurde wieder auf 0 zurückgesetzt” gipfelte.

Da werde ich glatt zum Misanthropen

Denn ich habe den Fehler gemacht und bin heute zu den Kaiserwiesen gefahren. Und mir ist schlagartig wieder bewusst geworden, warum ich das sonst nie mache. Denn dort tummelt sich Samstags die degenerierte, menschliche Masse, welche wie eine gigantische Schafherde ziel- und antriebslos in den Tag hinein lebt und genauso Auto fährt oder sich zu Fuß bewegt. Da wird Einkaufen echt zur Qual.

Religion

“Es ist wirklich alles ziemlich komisch, was in der Religion passiert. Es ist eine art psychische Krankheit. Nur, weil die Mehrheit davon befallen ist denkt man: Ja, die sind gar nicht krank. Die anderen sind die Kranken, die paar normalen, die es noch gibt. [...] Aber wenn mir jemand sagt, da ist jemand nach so und so viel Tagen aus dem Grab gekommen, und ist da rauf geflogen und sitzt jetzt neben seinem Vater. Oder wenn jemand sagt, er muss jeden Tag fünf mal in die Knie gehen, in eine bestimmte Richtung. Oder irgendjemand sagt, wenn er seinen Körper schrottreif gefahren hat kommt immer wieder ein anderer Körper wo er seine Seele dann transplantiert. Also das ist alles vollkommener Schwachsinn.”

– Esther Vilar (Menschen bei Maischberger)

The Tank Man

Zum 20. mal jährt sich heute das Massakers am Tian’anmen-Platz (天安門廣場 / 天安门广场 (Tiān’ānmén Guǎngchǎng)) vor dem Tor des himmlischen Friedens (天安門 / 天安门, Tiān’ānmén) in Peking (北京 (Běijīng)). Als das chinesische Militär gewaltsam die Studentenproteste beendete, welche sich gegen die herrschende Kommunistische Partei richteten und Demokratie und Pressefreiheit forderten.
Heute läuft die chinesische Zensur auf Hochtouren. Um jegliches Gedenken der Opfer und die bloße Erinnerung an die Ereignisse zu unterbinden. Um so wichtiger ist es, dass sich der Rest der Welt daran erinnert, was am 4. Juni 1989 passiert ist.
Damals gingen die Bilder eines einzelnen Mannes, welcher gewaltlos eine Kolonne von Panzern zum Stehen brachte um die Welt. Doch niemand weiß, wer dieser Mann eigentlich war und was aus ihm geworden ist. Trotzdem sollten wir ihn nie vergessen. Die englische Dokumentation The Tank Man befasst sich eingehend mit den Geschehnissen vor 20 Jahren, ihren Auswirkungen und dem dem Mythos des “Tank Man”.
Zwar wirkt die Volksrepublik China (中華人民共和國 / 中华人民共和国 (Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó)) heute totalitärer und kontrollierter als jemals zu vor. Doch sind dies die Zeichen dafür, dass die Regierung seit dem 4. Juni 1989 ganz genau weiß, wie wackelig ihr Stuhl eigentlich ist.

The Tank Man 1/8
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The Tank Man 2/8
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The Tank Man 3/8
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The Tank Man 4/8
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The Tank Man 5/8
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The Tank Man 6/8
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The Tank Man 7/8
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The Tank Man 8/8
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Europawahl 2009

Am nächsten Sonntag ist Wahltag. Es gilt die deutschen Abgeordneten des Europäischen Parlaments für die nächsten 5 Jahre zu wählen. Doch ich habe ein Problem…

Denn als Demokrat und Europäer sollte ich selbstverständlich zur Wahl gehen. Grundsätzlich halte ich nichts von Leuten, welche ihre Stimme aus Protest oder schlichtem Desinteresse “wegwerfen” und nicht zur Wahl gehen. Dabei ist es übrigens bezeichnend, dass genau diese Leute sich am meisten beschweren. Ich halte es sogar für äußerst tragisch, dass die Wahlbeteiligung zur Europawahl in Deutschland inzwischen von 65,7% (1979) auf 43,0% (2004) zurückgegangen ist.

Jedoch bin ich mit dem essenziellen Grundprinzip der Wahl nicht einverstanden. Momentan umfasst das Europäische Parlament 783 Mandatsträger. Davon komme 99 aus der Bundesrepublik Deutschland und repräsentieren somit 82 Millionen Einwohner. Luxemburg entsendet 6 Abgeordnete für seine knapp 500.000 Einwohner. Somit vertritt ein deutscher Abgeordneter 828.283 Bürger; sein luxemburgischer Kollege aber nur 83.333. Da im Europäischen Parlament die Stimmen aller abgeordneten gleich stark gewichtet sind bedeutet dies allerdings, dass die abgegebene Stimme eines Luxemburger Bürgers gegenüber eines Deutschen Bürgers 10% mehr zur Geltung kommt.

Demokratisch wäre das Europäische Parlament nur, wenn sich entweder die Anzahl der Abgeordneten ändern würde, welche die Länder entsenden oder die Stimmengewichtung der einzelnen Abgeordneten anhand Bevölkerungszahl des jeweiligen Landes berechnet werden würde.

Das ist also meine Zwickmühle. Soll ich eine Wahl unterstützen, welche ich selbst für undemokratisch halte? Kommentare mit Vorschlägen und Anregungen sind erwünscht.

Begeisterung

“Keine Begeisterung sollte größer sein als die nüchterne Leidenschaft zur praktischen Vernunft.”

– Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, deutscher Politiker

Gerechte Verteilung

“Ich bin allerdings der Meinung, dass es nur eine gerechte Verteilung gibt, und das ist die, die durch die Funktionen des Marktes erreicht wird. Der Markt ist der einzig gerechte demokratische Richter, den es überhaupt in der modernen Wirtschaft gibt.”

– Ludwig Erhard