Archiv von 05/2009

Völkerverständigung

“Heutzutage ist das wichtigste zu lernen, wie man andere Völker versteht. Und zwar nicht nur deren Musik, sondern auch ihre Philosophie, ihre Haltung, ihr Verhalten. Nur dann können sich die Nationen untereinander verstehen.”

– Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, deutscher Politiker

Vom Wahljahr zum Zahljahr

Früher einmal war eine Finanz- und Wirtschaftskrise. Da kamen harte Zeiten auf uns alle zu und wir mussten zusammen halten. Denn wie es nun einmal so ist, sind Krisen bösartige Gebilde, die den Wohlstand aller bedrohen. Also müssen auch alle zusammen daran arbeiten, diese zu überwinden.

Heute sieht es jedoch anders aus. Heute ist eine zwar immer noch eine Finanz- und Wirtschaftskrise. Aber es ist auch Wahljahr. Und da sitzt das Geld des Staates bekanntlich besonders locker. Also halten wir auch nicht mehr zusammen sondern jeder kämpft für sich. Denn warum soll man als Unternehmer Verantwortung für seine eigene Misswirtschaft übernehmen, wenn man - so einfach wie noch nie - seine eigenen Mitarbeiter mobilisieren und dazu bewegen kann für Bürgschaften in Milliardenhöhe zu demonstrieren? Das bedroht zwar langfristig auch den Wohlstand aller. Aber der Mensch ist naturgemäß zu kurzsichtig und egoistisch um dies zu erkennen. Angesichts eines drohenden Arbeitsplatzverlustes und der Erkenntnis den rechtzeitigen Absprung nicht geschafft zu haben klammert er sich gerne an den letzten Strohhalm, der Rettung verspricht. Nur zu bedauerlich, dass dies die Politik ist. Denn da kommt bekanntlich nie etwas gutes heraus, wenn sich diese in die Wirtschaft einmischt.

Und die Liste der Bittsteller um die Milliarden des Staates ist lang. So zum Beispiel der Arcandor-Konzern mit seinen Karstadt-Warenhäusern. Dabei war er schon am Boden, als er noch Karstadt-Quelle AG heiß. Aber für eine teure Namensänderung im März 2007 hat das Geld anscheinend noch gerade so gereicht. Der Autozulieferer Schaeffler, der sich mit seiner Übernahme der wesentlich größeren Continental AG schlicht und ergreifend überhoben hat. Ähnlich erging es auch der Porsche AG, die in einem durch Übermut und Gier angestachelten Kraftakt versuchte die Volkswagen AG zu schlucken. Der Betriebsrat der Adam Opel AG schwelgt in Unabhängigkeitsträumen. Aber Besitzer ist immer noch General Motors. Und die werden ihr Tochterunternehmen ganz sicher nicht verschenken. Auch BMW hat bereits Interesse am staatlichen Goldesel Geldsegen gezeigt.

So könnte man die Liste noch munter weiter führen. Und sie wird täglich länger. Man könnte meinen, es gäbe kein einziges deutsches Unternehmen mehr, welches nicht auf Staatshilfe angewiesen wäre. Aber es gibt auch noch Gewerkschaften und Interessenverbände, welche etwas vom Kuchen ab haben wollen. Die Milchbauern fordern, der durch Überproduktion niedrige Milchpreis müsse durch Subventionen künstlich hoch gehalten. Mitarbeiter von Kindertagesstädten streiken: Offiziell für bessere Arbeitsbedingungen, inoffiziell für mehr Geld. Aber da der Tarifvertrag noch bis 2011 gültig ist, darf man es nicht so nennen.

Am Ende werden tatsächlich wieder Milliarden fließen. Das deuten bereits die Zankereien zwischen dem Kanzlerkandidaten der SPD Frank-Walter Steinmeier und dem CSU Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über eine mögliche Insolvenz von Opel an. Es wird wieder in die Abläufe der Wirtschaft eingegriffen werden, Chancen werden vertan, auf der sozialen Schiene herumgeritten und am Ende haben wir jede menge “gerettete” Philipp Holzmann AGs und teuer subventionierte Milch und Kindertagesstädten. Aber irgendwann muss das ganze auch bezahlt werden. Spätere Generationen, die sich mit dieser Schuldenlast herumplagen dürfen, werden sich sicherlich bedanken.

Ich habe Jörg inzwischen vorgeschlagen, er solle doch auch einfach mal einen Brief an die Bundesregierung schreiben. Schließlich ist er als Besitzer der Spielwut Unternehmer und ebenfalls von der Krise betroffen. Er können dann ja auch guten Gewissens jene Partei wählen, welche am Ende mehr Geld fließen lässt. Immerhin ist Wahljahr; da ist alles möglich.

Apple

Apple ist das neue Schwul.”

– Mallek

Pistoleros

Zwei Filmschaffende möchten einen Film über einen berüchtigten Überfall drehen und treffen sich dafür mit Uffe (Dennis Haladyn) in einer heruntergekommenen Kneipe. Dieser erzählt ihnen, wie er Ivan (Zlatko Buric) die Geschichte von Frank Lowies (Erik Holmey) und den versteckten Millionen erzählt.
So beginnt eine in sich verschachtelte Geschichte über den Überfall und die darin verwickelten Gangster. Denn es gibt eine Reihe Parteien, welches auf das Geld abgesehen haben und dabei keine Probleme haben auch über Leichen zu gehen.

Pistoleros

Die Gangsterkomödie zeichnet sich durch eine interessante und abwechslungsreiche Erzählweise und Handlungssprünge aus. Kommt dabei aber nicht an Meisterwerke wie Pulp Fiction heran. Leider sieht man dem Film sein geringes Budget an, weshalb ich ihn in der B-Movie Sparte ansiedeln würde. Die Dialoge sind teilweise ganz witzig, zu großen Teilen aber auch furchtbar. Ob dies an der grausamen, deutschen Synchronisation (meine Mitseher weigerten sich leider, den Film in Dänisch mit deutschen Untertiteln zu sehen) lag oder im Allgemeinen so ist, vermag ich allerdings nicht zu sagen.
Fazit: Kann man sich ansehen. Muss aber nicht.

Kompromisse

“Die Demokratie lebt vom Kompromiss. Wer keine Kompromisse machen kann, ist für die Demokratie nicht zu gebrauchen.”

– Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, deutscher Politiker

Deutschland

“Unsere Wirtschafts- und Exportkraft steht hinter Amerika und Japan an dritter Stelle. Unsere Löhne sind die höchsten der Welt; wir haben die meisten bezahlten Feier- und Urlaubstage; unser Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt. Unsere Renten sind höher als je zuvor, unser Wohlstand und unsere privaten Ersparnisse sind es auch. Unter diesen glänzenden Voraussetzungen sollen unsere Politiker zum Umbau nicht fähig sein? Wollen wir denn auch noch Weltmeister im Jammern werden?”

– Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, deutscher Politiker

One, Two, Three

Noch vor dem Bau der Berliner Mauer ist C. R. MacNamara (James Cagney) Leiter der Coca Cola Filiale in West-Berlin. Um in die Europazentrale des Konzerns nach London versetzt zu werden hat er den Plan die braune Brause auch im Ostblock verkaufen zu können. Und steht daher in Verhandlungen mit einer russischen Handelsdelegation. Bei seinem Boss finden MacNamaras Pläne jedoch wenig Anklang. Statt dessen teilt er ihm mit, dass seine Tochter Scarlett (Pamela Tiffin), welche sich zur Zeit auf Europareise befindet in kürze in Berlin eintreffen werden und er sich um sie kümmern solle.
Was MacNamara nicht weiß ist, dass sich Scarlett Abends immer aus dem Haus stiehlt um das Nachtleben Berlins zu erkunden. So trifft es ihn auch aus heiterem Himmel, als sie ihm eines Morgens in seinem Büro erzählt, dass sie sich in den Ostdeutschen Otto Ludwig Piffl (Horst Buchholz) verliebt und diesen auch umgehend geheiratet hat. Otto stammt aus Ost-Berlin und ist ein linientreues Mitglied der Kommunistischen Partei und voll und ganz vom sozialistischen Sieg über den kapitalistischen Klassenfeind überzeugt.
Eins, Zwei, DreiDa MacNamara seine Karrierepläne in Gefahr sieht ersinnt er Kurzerhand einen Plan um Otto in Konflikt mit der Ostberliner Staatspolizei geraten zu lassen und ihn so aus dem Weg zu schaffen. Die offiziellen Ehepapiere hofft er über Kontakte nach Ost-Berlin verschwinden zu lassen. Inzwischen haben sich Scarletts Eltern angekündigt, welche auf dem Weg sind um ihre Tochter zu besuchen.
Als sich jedoch herausstellt, dass Scarlett zu allem Überfluss auch noch schwanger ist, und ein uneheliches Kind ebenfalls keine Option ist, bleibt MacNamara nichts anderes übrig als Otto wieder zu befreien und ihn nach West-Berlin zu bringen. Dort angekommen ist Otto außer sich vor Wut. Sieht jedoch ein, dass er weder nach Ost-Berlin zurück, noch seine Frau vor ihren Eltern bloßstellen kann. Doch auch hierfür hat MacNamara bereits einen Plan. Es gilt Otto innerhalb weniger Stunden vom proletarischen, sozialistischen Arbeitersohn zu einem europäischem Adeligen mit Mercedes und Chauffeur zu verwandeln.

Eins, Zwei, Drei ist eine bitterböse Komödie von Billy Wilder über die Zeit des Kalten Krieges, die kein Klischee über Amerikaner, Russen, Deutsche oder Ost und West in der Nachkriegszeit außer acht lässt. Dabei sind die Amerikaner naiv, prüde und Kapitalisten durch und durch. Im Gegensatz dazu sind die Russen verschlagen, trinkfest und bespitzeln sich gegenseitig. Beiden ist gemein, dass sie es auf die deutschen Fräuleins abgesehen habe. Und was die Deutschen Männer anbelangt, so haben diese mit den Nationalsozialisten zwar nie etwas zu tun gehabt, schlagen aber trotzdem bei jeder Gelegenheit gekonnt die Hacken zusammen.
Ich fand den Film sehr unterhaltsam. Schade ist, dass man besonders die Witze mit Bezug auf den Kalten Krieg teilweise nur schwer verstehen kann, wenn man den Kontext nicht kennt. So habe ich selbst erst nachgelesen, dass MacNamaras Aussage “Bury us, don’t marry us” auf eine Aussage Nikita Chruschtschows aus dem Jahre 1960 anspielt: “We shall bury you”.
Jedoch gibt es noch genügend andere witzige Szenen und Anspielungen, welche einen zum Lachen bringen. Besonders der Bezug auf das 3. Reich ist teilweise zum totlachen:

C.R. MacNamara: “Of course you were anti-Nazi and you never liked Adolf.”
Schlemmer: “Adolf who?”

C.R. MacNamara: Schlemmer, I want all those people out there to drop everything and stand by for orders! General alarm, complete mobilization!”
Schlemmer: “Ah, like the good old days, yes, sir!”

One, Two, Three

Idealismus

“In den grundlegenden Fragen muss man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lösen sind. Gleichwohl glaube ich, dass man zugleich realistisch und pragmatisch sein sollte.”

– Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, deutscher Politiker

Rhapsody: A Musical Adventure

Das Spiel von Nippon Ichi Software, Inc. (日本一ソフトウェア (Nippon Ichi Sofutowea)) erschien zum ersten mal am 17. Dezember 1998 für die Playstation One in Japan mit dem Titel The Puppet Princess of Marl Kingdom (マール王国の人形姫 (Māru-ōkoku no Ningyō-hime)) und stellte damit den Auftakt der Marl Kingdom Rollenspiel-Reihe dar. Die beiden anderen Teile der Serie, welche nie außerhalb Japans veröffentlicht wurden, sind Little Princess: Marl Ōkoku no Ningyō Hime 2 (リトルプリンセス マール王国の人形姫2 (Ritoru Purinsesu Māru Ōkoku no Ningyō Hime Tsū)) und Angel Present: A Marl Kingdom Story (天使のプレゼント マール王国物語 (Tenshi no Purezento Māru-ōkoku Monogatari)).
Rhapsody: A Musical AdventureNach zwei Reinkarnationen des Spiels für die Playstation im Jahre 1999 (The Adventure of Puppet Princess + 1) und 2001 (The Adventure of Puppet Princess (PSOne Books)) folgte die Umsetzung für den Nintendo DS am 6. Juni 2008, welche grundlegend überarbeitet wurde. So änderte sich das Kampfsystem von einer taktischen, isometrischen Ansicht auf den klassischen, runden basierten 2D Kampf und Kururu wurde von einem NSC zu einem spielbaren Charakter.

Cornet lebt als Waisenkind bei ihrem Großvater. Sie kann sich nicht an ihre Eltern erinnern und träumt wie viele Mädchen davon irgendwann ihren Traumprinzen zu treffen. Allerdings ist sie kein normales Mädchen. Sie hat die Gabe mit Puppen zu reden. Daher wird sie auch immer von der fliegenden Puppe und ihrer besten Freundin Kururu begleitet.
Eines Tages begeben sich Cornet und Kururu in den Wald, um etwas Inotium (die gängige Währung) zu suchen. Dort treffen sie auf Myao, ein merkwürdiges Mädchen, welches von einer Schaar Katzen begleitet wird. Sie fordert von Cornet, dass diese ihr umgehend all ihr Inotium aushändigt. Da Cornet sich weigert beschwört sie einen Drachen um es sich gewaltsam anzueignen. Doch Cornet und Kururu werden unerwartet von Ferdinand, dem Prinzen von Marle und zukünftigen König gerettet. Cornet ist vollkommen sprachlos verliebt sich hals über Kopf. Doch genauso schnell, wie der Prinz aufgetaucht ist, verschwindet er auch wieder.
Kururu überredet Cornet am königlichen Schönheitswettbewerb teil zu nehmen. Da die Gewinnerin einen Tanz mit dem Prinzen gewinnt. Trotz allerhand Widrigkeiten gelingt es Cornet am Ende tatsächlich, den Wettbewerb zu gewinnen. Doch gerade als sie und der Prinz alleine auf einem Balkon des Palastes stehen passiert etwas vollkommen unerwartetes.
Myao kracht - nach Rache sinnend - mit einem Drachen und in Begleitung ihrer Anführerin Marjoly und weiterer Schergen in den Palast. Marjoly, eine bösartige aber eitle und ziemlich schusselige Hexe ist hin und weg, als sie den Prinzen sieht. Sie wählt jedoch den falschen Zauber aus und verwandelt ihn in Stein. Nichts desto trotz entführen sie den Prinzen um sich später in aller Ruhe zu überlegen, wie sie ihn zurückverwandeln kann.
Cornet beschließt, den Prinzen zu retten. Dafür sucht sie den alten, weisen Polansky in seinem Turm auf. Dieser erzählt Cornet, sie müsse um den Fluch zu brechen fünf magische Steine finden. Also begibt sich Cornet zusammen mit Kururu auf den Weg und das eigentliche Abenteuer beginnt. Dabei wird sie viele Freunde gewinnen, Puppen finden, welche sie begleiten und Entscheidungen treffen, welche weitreichende Folgen haben. Außerdem umgibt Kururu auch noch ein Geheimnis, welches es zu lüften gilt.

RhapsodyRhapsody

Wem die musikalischen Zwischensequenzen zu lange dauern oder wer keine japanische Musik mag, kann diese kurzerhand abbrechen. Das Spiel ist also nur so viel Musical, wie man es selber möchte.
Auf den ersten Blick wirkt Rhapsody: A Musical Adventure sehr verspielt, kindisch und zuckersüß. Was wahrscheinlich der Grund ist, weshalb es vielen Leuten nicht gefällt. Jedoch verbirgt sich hinter dieser kunterbunten Fassade ein erstklassiges Rollenspiel, mit einer mitreißenden Story, liebevoll in Scene gesetzten Charakteren und vielen witzigen und ironischen Dialogen. Ich empfehle also jedem über den knuddelig-süßen Look mit fliegende Kuchenstücke und Pfannkuchen als Spezialattacken hinwegzusehen und dem Spiel eine Chance zu geben.

Rhapsody: A Musical Adventure Gameplay Trailer
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Rechtsstaat

“Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, sondern er hat zu existieren!”

– Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, deutscher Politiker