Ende November:
Weihnachten steht vor der Tür und ich sitzte zu Hause und habe noch keine Ahnung, was ich mir vielleicht von meinen Eltern wünschen könnte. Vielleicht einen neuen Bildschirm? Warum, solange es der alte noch tut? Eine neue Stereoanlage? Nicht wirklich, da ich eh kaum Musik damit höre.
Wie wäre es vielleicht mit der Wii? Diese nette, kleine Konsole, mit “schlechter” Grafik, welche für Leute ist, “die mit abstrakten Kontrollformen nicht umgehen können” (O-Ton Martin). Natürlich ist die Grafik nicht das non plus ultra der heutigen Zeit. Aber auf Grafikpracht kam es mir noch nie wirklich an. Der Spielspaß steht im Vordergrund. Und den werde ich mit dem System der kabellosen Controller / Bewegungssensoren ganz sicher haben. Auch, wenn andere es als “mit nem spastischem Anfall vor meiner Konsole rumzuhampeln” (O-Ton Martin) bezeichnen mögen.
Außerdem gibt es da das ein oder andere GameCube Spiel, welches mich reizen und dessen Kauf sich sicher lohnen würde. Und dank Abwärtskompatibilität können diese ja problemlos auf der Wii gespielt werden. Genauso, wie viele alte Nintendo- und Sega-Klassiker, welche zum Download angeboten werden. Insbesondere die alten SNES-Titel haben es mir dabei angetan.
Und zu guter Letzt wäre da noch der Preis, welcher mit 250 Euro wesentlich verlockender erscheint als eine Playstation III, welche am Ende wohl 600 Euro kosten wird, für irgendwelche Funktionen, welche ich sowieso nicht brauche. So habe ich zum Beispiel einen DVD-Player und brauche nicht noch einen in meiner Konsole.
Anfang Dezember:
Ich habe mal so nebenbei erwähnt, dass es da eine neue Spielekonsole von Nintendo gibt, welcher ich nicht abgeneigt wäre und nichts dagegen hätte, wenn sie denn am 24. Dezember unter dem Weihnachtsbaum liegen würde. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich die Werbetrommel noch etwas drehen muss, da ich mich mit den üblichen elterlichen Argumenten konfrontiert sehe: Die Konsole sei zu teuer. Ich würde doch eh kaum damit spielen. Nacher stehe sie nur in der Ecke und würde nicht mehr benutzt. Etc…
Nach einigem Hin und Her habe ich mich nun geistig damit abgefunden, dass wohl nichts aus meiner Wii werden wird und hoffte auf etwas Bargeld, um sie mir vielleicht irgendwann nach Weihnachten selbst zu kaufen. Zumal das erste Kontingent für Deutschland durch Vorbestellungen schon lange aufgebraucht ist.
8. Dezember:
Es ist Wii-Launch in Deutschland. Bei Amazon wird die Wii für über 400 Euro angeboten. Bei eBay sieht die Situation ganz ähnlich aus. Auch, wenn der durchschnittliche Verkaufspreis bei ca. 370 Euro liegt. Es ist mir vollkommen unbegreiflich, wie manche Leute freiwillig +x Euro für ein Produkt bezahlt, welches sie kurze Zeit später zum ursprünglichen Preis bzw. zur Unverbindlichen Preisempfehlung kaufen können. Nur um das Produkt ein paar Wochen früher zu haben?
Ich weise meine Eltern auf diesen Irrsin hin, welche nun erst einmal selber bei eBay nachschauen. Nachdem dies geschehen ist, diskutieren sie darüber, ob sie die Wii nicht verkaufen sollten. Natürlich denke ich an einen schlechten Scherz und glaube ihnen kein Wort. Immerhin waren sie immer gegen die Wii. Und woher sollen sie noch eine bekommen haben? Als sie dann auch noch die Behauptung aufstellen, sie hätten die Wii billiger bekommen, lasse ich mich auf eine von meiner Mutter vorgeschlagene Wette ein.
Nun bin ich um eine Flasche Sekt ärmer und um eine Erfahrung reicher. Nämlich, dass sich eine original verpackte Wii vom Launchday im Haus befindet, welche nur 225 Euro statt 250 Euro gekostet hat.
11. Dezember:
Im Bewusstsein eine Wii daheim zu haben, welche nur darauf wartet, an Weihnachten in Betrieb genommen zu werden, beginnt der Einkauf. Dies ist jedoch einfacher gesagt als getan. Zum einen gibt es sprachliche Hürden, denen sich einige Fachverkäufer nicht gewachsen sehen und mich an jüngere Kollegen weiterleiten. Insbesondere die Fragen “Wo haben Sie denn ihr Wii Zubehör” und “Gibt es die Wii Remote auch einzeln oder nur in Verbindung mit Wii Play?” riefen in der Regel nur fragende Blicke hervor. Nach einer kleinen Odyssee durch Galeria Kaufhof, Media Markt und Karstadt hatte ich dann größtenteils das zusammen, was ich kaufen wollte:
- 1x The Legend of Zelda: Twilight Princess
- 1x Wii Classic Controller
- 1x Wii Nunchuk Controller
- 1x Wii Play (mit Wii Remote)
Es wäre mir lieber und billiger gewesen, die Wii Remote einzeln zu kaufen. Allerdings gibt es diese bisher nur in Verbindung mit Wii Play. Und ich habe nicht vor an Weihnachten auf eine Partie Wii Sports inkl. aller Multiplayerfunktionen, zu verzichten.
Die Wii Component Cable werden die nächste Anschaffung nach Weihnachten. Auf den Wii LAN Adapter würde ich gerne verzichten. Ob dies möglich ist werde ich allerdings erst sehen, wenn ich versuche mit der Wii über WLAN, mit meinen Laptop als Access Point, online zu gehen.
12. Dezember:
Marco hat das Gute Stück schon und muss, im Gegensatz zu mir, nicht bis Weihnachten warten. Also ist es mir vergönnt, bereits einen Blick auf das neue Zelda und Wii Sports zu werfen. Von beidem bin ich begeistert. Mit The Legend of Zelda: Twilight Princess hat Nintendo wieder ein Glanzstück der Videospielgeschichte und einen würdigen Nachfolger dieser fantastischen Serie hervorgebracht.
Was die Steuerung der Wii anbelangt, so bin ich doch noch überrascht, wie gut und fehlerfrei diese funktioniert. Ich hoffe, dass dies auch bei späteren Spielen der Fall sein wird. Zumindest bei Zelda und Wii Sports hat man keinerlei Probleme. Und wie prophezeit macht es einfach nur Spass, Wii Sports zu spielen. Insbesondere, wenn man nicht alleine ist. Die Spiele (Tennis, Bowling, Baseball, Golf und Boxen) begeistern einfach. Vorallem, wenn man merkt, wie genau die Steuerung arbeitet und zum Beispiel beim Tennis unterschiedliche Schläge wie Lob und Slice unterscheiden kann.
13. Dezember:
Das Ausgiebige Testen von Wii Sports hat dazu geführt, dass ich heute Muskelkater habe.
15. Dezember:
Es häufen sich ja Berichte über “Wiinjuries”, also Verletzungen durch Unfälle, die beim Spielen mit der Wii entstanden sind. Hierzu möchte ich anmerken, dass diese Berichte - von denen sicherlich auch eine Menge nicht stimmen oder inszeniert sind - bisher ausschließlich aus den USA kamen. Zumindest ist mir noch kein Europäischer oder Japanischer Fall bekannt. Dies legt den Schluß nahe, dass es weniger der Wii und deren Spielprinzip als vielmehr der Grobmotorik oder schlichtweg Dämlichkeit der Anwender zuzuschreiben ist, wenn es jemandem gelingt Fernseher, Lampen oder Fensterscheiben mit der Wii Remote zu durchschlagen.
Heute
Wird langsam Zeit, dass ich diesen Eintrag online stelle. Ich freue mich wie ein kleiner Junge (ja, das vielzitierte “Kind im Manne”) und kann es kaum erwarten. Denn in 7 Tagen ist Wiinachten! ;-)
Geschrieben am 17.12.06 um 23:18 Uhr in
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“Das Merkwürdigste an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, dass man unsere Zeit später die gute, alte Zeit nennen wird.”
– Ernest Hemingway (1899-1961), US-amerikanischer Schriftsteller
“Irgendwann verlässt jede Wolke ihren Platz vor der Sonne.”
– unbekannt
Geschrieben am 14.12.06 um 21:35 Uhr in
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Als Michael Felgate (Hugh Grant), Angestellter eines New Yorker Auktionshauses, um die Hand seiner Freundin anhält, gesteht ihm diese, dass ihr Vater Mitglied der ortsansässigen Mafia ist. Anfangs will Gina (Jeanne Tripplehorn) die Beziehung beenden. Läßt sich aber, unter der Bedingung, dass Michael keine Geschäfte mit ihrem Vater oder anderen Teilen “der Familie” macht, davon überzeugen, die Beziehung aufrecht zu erhalten. Natürlich kommt es anders und Michael hilft “der Familie”, Geld zu waschen, indem er beginnt, für diese Bilder zu versteigern. Als Gina dann aus Versehen den Sohn des Mafiabosses erschießt, will dieser blutige Rache.
Es gibt einige Filme mit Hugh Grant, welche ich nicht wirklich mag. Zum Beispiel Four Weddings and a Funeral (Vier Hochzeiten und ein Todesfall), den den ich sehr langweilig fand. Bei Mickey Blue Eyes handelt es sich jedoch - meiner Meinung nach - um einen seiner besten Filme.
Leider geht bei der deutschen Synchronisation sehr viel Komik verloren, da der Wortwitz zwischen britischem Englisch und dem amerikanischen Mafia-Slang, den Hugh Grant versucht zu imitieren, wenn er als Mickey Blue Eyes “der Familie” vorgestellt wird, kaum bzw. nicht zu vermitteln ist.
Mit dabei ist auch Joe Viterelli (hier als Vinnie D”Agostino), dem die Rolle des Italo-Mafioso geradezu auf den Leib geschneidert zu sein scheint und den wir bereits aus vielen anderen Filmen dieser Art kennen. Kann es sein, dass es in Hollywood ein ungeschriebenes Gesetz gibt, dass dazu verpflichtet Joe Viterelli eine Rolle anbieten zu müssen, wenn man einen Mafia-Film drehen will? ;-)
Unterm Strich handelt es sich also um eine sehr gelungene Mafia-Komödie, welche den Vergleich zu Filmen wie Analyze This (Reine Nervensache) nicht zu scheuen braucht.
“Es ist schwer, ein Volk zu regieren, das 246 Sorten Käse hat.”
– Charles de Gaulle (1890-1970), französischer General und Politiker
Wie das Handelsblatt berichtet scheint ein Rauchverbot in Deutschland erst einmal vom Tisch zu sein. Offiziell werden “verfassungsrechtliche Bedenken des Innen- und Justizministeriums” als Grund für diesen Rückzieher angegeben. Demnach werden nur Einrichtungen des Bundes rauchfrei. Alles weitere würde in den Zuständigkeitsbereich der Länder fallen.
Ich würde also sagen, dass wiedereinmal sehr gute Lobbyarbeit geleistet wurde. Denn selbstverständlich sind sich die Länder alles andere als einig darüber ob, und wenn ja wie, ein Rauchverbot aussehen sollte. Die Meinungen dabei schwanken zwischen einem allgemeinen Verbot, einer freiwilligen Regelungen und dem Wunsch nach weiteren Debatten darüber. So zeichnet sich im Moment ein Flickenteppich der “Raucher-Gesetzgebung” für die Bundesrepublik ab. Und das in Zeiten des oft beschworenen Bürokratieabbaus.
Dabei sollte sich jeder Politiker, egal ob auf Bundes- oder Landesebene, einfach mal die Frage stellen, was dieses Rauchverbot im Endeffekt bringen soll und worum es dabei im Grunde geht.
Wenn man die Seite der Raucher, welche gegen ein Rauchverbot sind, betrachtet kommt immer wieder das Argument der Bevormundung auf. Manch einer zieht sogar äußerst absurde Vergleiche, wie dass man auch Fettleibigkeit verbieten müsse, da diese ebenfalls schädlich sei.
Halten wir also erst einmal fest, dass Rauchen (und somit auch Passivrauchen), erwiesenermaßen schädlich ist. Genauso, wie - um einmal einen passenden Vergleich zu einem Produkt zu ziehen, bei dem der Staat einnahmen aus dem (schädlichen) Konsum zieht - der übermäßige Genuß von Alkohol.
Der entscheidende Unterschied ist allerdings der, dass es kein “Passivtrinken” gibt. Ein Rauchverbot ist also nicht dazu da, irgendwelche Leute zu bevormunden. Schließlich kann jeder selbst entscheiden, seinen Körper auf die ein oder andere Art und Weise zu zerstören. Ein Rauchverbot dient somit ausschließlich dem Schutz der Nichtraucher.
Und genau das - der Schutz seiner Bürger - ist die Aufgabe des Staates. Und somit auch der Länder. Aber Lobbyisten sind in Deutschland - wie so oft - stärker als der Gesunde Menschenverstand. Daher haben uns Länder wie Italien, Frankreich oder die USA viel vorraus, wenn es um den Nichtraucherschutz geht.
Geschrieben am 10.12.06 um 18:44 Uhr in
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“Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.”
– unbekannt
“Sei friedlich. Sich nicht rächen kann auch eine Rache sein.”
– Danny Kaye (1913-1987), US-amerikanischer Filmschauspieler und Komiker
Geschrieben am 08.12.06 um 0:09 Uhr in
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Seit 20 Jahren durchkreuzt das Raumschiff Dark Star das Universum, um instabile Planeten zu sprengen und vielleicht, irgendwann einmal, intelligentes Leben zu entdecken. Der Kapitän des Schiffes wurde schon vor langer Zeit, durch einen Unfall, getötet und liegt seitdem tiefgefroren im Laderaum. Die restliche Besatzung verfällt - ebenso wie das Raumschiff - immer weiter und treibt sich, durch monotone, immer wiederkehrende Tagesabläufe gepeinigt, gegenseitig in den Wahnsinn. Als die Dark Star jedoch durch einen Asteroidensturm fliegt, wird der Kommunikationslaser, welcher die Bombensteuerung kontrolliert, beschädigt und die Bombe Nummer 20 aktiviert. Welche nun sehnlichst auf die Erfüllung ihres Existenzgrundes - die Explosion - wartet.
Die Story dieser Science Fiction Komödie klingt genauso kurz, wie der Film mit Actionelementen ausgestattet ist. In einem Aufzugschacht zu hängen und Gefahr zu laufen zerquetscht zu werden oder in die Tiefe zu stürzen reißt heute nun mal niemanden mehr vom Hocker. Aber darauf kommt es bei diesem Film auch nicht wirklich an. Ebensowenig, wie auf tolle Spezialeffekte, welche man genauso vergeblich sucht. Dem Betrachter wird also relativ schnell klar werden, dass es sich bei Dark Star um eine Low-Budget-Produktion handelt. Nicht zuletzt wegen der außerirdischen Lebensform (die in Dark Star zum ersten mal in der Filmgeschichte als “Alien” bezeichnet wurde. Im Deutschen wurde dies leider mit “Exot” übersetzt), welche nichts weiter als ein aufblasbarer Gummiball ist.
Trotzdem ist Dark Star ein wahrer Kultfilm und sehr sehenswert. Nicht zuletzt wegen dem berühmten Dialog zwischen Bombe Nummer 20 und Lt. Doolittle (Brian Narelle), ob diese nun explodieren soll oder lieber nicht. Leute, die mit 2001 - Odyssee im Weltraum nichts anfangen können, sollten allerdings lieber die Finger von Dark Star lassen.
“Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität.”
– Alfred Hitchcock