Archiv von 09/2006

Wie kann eine Weltreligion so weinerlich sein?

Wiedereinmal geht ein Aufschrei der Entrüstung durch die islamische Welt. Dabei sind die Parallelen zum Karikaturen-Streit kaum zu übersehen. Genausowenig, wie damals darauf geachtet wurde, dass die Empörung der Menschen mit Bildern angestachelt wurde, welche garnicht aus dänischen Quellen stammten, wird sich auch diesmal nur auf ein Zitat vom byzantinischen Kaiser Manuel II Palaeologus, welches vom Papst verwendet wurde, fokusiert.

“Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.”

Das dieses vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen wurde findet kein Gehör und die Grundaussage, dass Gewalt zur Verbreitung oder Förderung einer Religion nie ein Mittel sein darf, geht dabei komplett verloren.

Mir persönlich stellt sich die Frage, wie eine Religion, welche sich selber als eine der Weltreligionen betrachtet, bei jeder Kleinigkeit beginnt, ihre Grundfeste erschüttert zu sehen und in haltlosen Protest ausarten kann. Der Verdacht, dass dies immer nur dann geschieht wenn es bestimmten Gruppierungen sehr gelegen kommt und auch nur dann, damit man dem Westen vorwerfen kann die Religion, die Kultur und die Menschen nicht zu respektieren, drängt sich dabei geradezu auf.

Denn wo ist der Protest, wenn Herr Mahmud Ahmadinedschad, seines Zeichen Iranischer Präsident, seine Bestrebungen untermauert, dass “Israel von der Landkarte getilgt werden” müsse? Wo ist der Protest, wenn im Namen Allahs und des Islams Terroranschläge auf unschuldige Menschen in London oder Madrid verübt werden? Und warum regt sich niemand auf, wenn sich mal wieder ein palestinensicher Selbstmordattentäter in Israel in die Luft gesprengt hat, mit dem verkorksten Gedankengut, ein Märtyrer zu sein?

Statt penibel darauf zu achten, nicht in irgendeiner kleinlichen Art und Weise von irgendjemandem beleidigt zu werden sollten die islamischen Geistlichen endlich anfangen, sich mit den Gewaltstrukturen ihrer Religion, wie Märtyrertum und Dschihad auseinanderzusetzen und diesen abzuschwören, damit diese nicht weiter verherrlicht und so von radikalen Elementen ausgenutzt werden können.

Wie bringt der Shogun die Nachtigall zum Singen?

In Japan gibt es eine alte Geschichte, welche sich um die drei wohl bekanntesten und für Japans Entwicklung wichtigsten Shogune dreht. Jeder der drei, deren Charaktäre kaum unterschiedlicher sein können, versucht dabei, eine Nachtigall zum Singen zu bringen.

  • Der aufbrausende Oda Nobunaga (織田 信長) tötet die Nachtigall.
  • Der ehrgeizige Toyotomi Hideyoshi (豊臣秀吉) versucht sie zum Singen zu zwingen.
  • Der geduldige Tokugawa Ieyasu (徳川 家康) wartet, bis die Nachtigall von alleine anfängt zu singen.

Eine meiner großen Schwächen ist meine Ungeduld, weshalb ich versuche, mir ein Beispiel an Tokugawa Ieyasu zu nehmen.
Wahrscheinlich befand sich jeder schon einmal in einer Situation, welche ihm viel Beharrlichkeit und Ausdauer abverlangt hat. Dies ist mitunter schwerer als gedacht. Mit jedem Tag, manchmal mit jeder Stunde, schwinden die Hoffnungen, die Nachtigall könnte anfangen zu singen. Oder es entstehen Zweifel, ob man das richtige tut. Ob sich die ganze Mühe am Ende eh als sinnlos erweisen wird. Und ob die Nachtigall nach kurzem, vielleicht sogar intensiven Spiel bald wieder, und diesmal für immer, verstummt.
Den Zweifeln gegenüber stehen die Erwartung des Erfolges, an die man sich klammert. Denn sollte die Nachtigall dauerhaft singen wäre dies ein Preis, der für sämtliche Mühen und Entbehrungen entschädigen würde und den man um nichts in der Welt missen möchten würde.
Allerdings wird immer nur die Zeit zeigen, was letztenendes dabei heraus kommt.

Romantik

“Das Wesen der Romantik ist die Ungewissheit”

– Oscar Wilde

Die Liebe

“Die Liebe hat zwei Töchter: die Güte und die Geduld.”

– Italienisches Sprichwort

Realität

“Mit meinem Verhältnis zur Realität ist alles in bester Ordnung. Ich lasse es alle vierzehn Tage vorschriftsmäßig warten.”

– Zaphod Beeblebrox (Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams)

Erleuchteten Wesen

“Alle erleuchteten Wesen sind voll des Wissens, aber sie haben von nichts eine Ahnung.”

– Tibetisches Sprichwort

Home sweet Home

Ich bin wieder da, war nie wirklich weg.
Hab Japan gesehen, und ganz viel entdeckt!

Bilder und Berichte folgen hoffentlich bald :)