FedCon XV
Vom 19. bis 21. Mai 2006 war das Esperanto-Hotel in Fulda fest in den Händen von Sternenflotten-Offizieren, Jedi-Rittern und Mitgliedern des StarGate Kommandos.
Zu meiner überraschung fanden sich, neben irgendwelchen Buffy & Angel Schauspielern oder anderen Leuten, von denen ich noch nie etwas gehört habe, sogar Gäste ein, von denen man sagen kann, dass sie eine gewisse Prominenz besitzen. Anders als auf der letzten RingCon, wo das einzige Highlite “der dritte Ork von Links, der später rausgeschnitten wurde” war. So kamen zum Beispiel:
- Walter Koenig (Pavel Chekov, TOS)
- George Takei (Hikaru Sulu, TOS)
- Gates McFadden (Dr. Beverly Crusher, TNG)
- Robert Beltran (Chakotay, VOY)
- Connor Trinneer (Trip Tucker, ENT)
Insbesondere der Vortrag von Robert Beltran, war nicht nur interessant, sondern auch sehr erheitern, da er gezeigt hat, dass die Schauspieler mehr Mensch als Charakter sind. An sich eine selbstverständliche Erkenntnis, die wohl bedauerlicherweise nicht bei allen Conbesuchern eingetreten ist. Anders sind Fragen wie “wie sehr gleichen Sie ihrem Charakter” kaum zu erklären. Ebenso kann der Vortrag von Dr. Ing. Hubert Zitt (Dozent im Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik an der Fachhochschule Kaiserslautern) über die Funktions- und Anwendungsweise von Technologie aus dem Star Trek Universum als besonders Lehrreich und sehenswert betrachtet werden.
Das wohl markanteste Kennzeichen der gesamten Veranstaltung sind die Preise. 80 Euro, für 3 Tage finde ich sehr teuer. Vorallem, wenn man es mit einem herkömmlichen 3-tägigen LARP vergleicht. Ein Autogramm von Walter Koenig hätte 20 Euro gekostet. Und auch die Preise der Merchandise-Artikel lagen des öfteren fernab von Gut und Böse. So hätte zum Beispiel ein Star Wars Pin (Durchmesser 2cm) der Rebellen 8 Euro gekostet. Das entsprechende, imperiale Gegenstück hingegen 15 Euro.
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man sich diese Veranstaltung durchaus einmal anschauen kann. Allerdings würde ich kein Geld dafür bezahlen (der Eintritt für 1 Tag FedCon ist mir persönlich zu teuer). Daher traf es sich außerordentlich gut, dass ich meine 3-Tageskarte gewonnen hatte. Sie war damit zwar nicht umsonst. Aber 19 Cent für eine SMS halte ich durchaus für angemessen. ;-)
Einige Freunde mussten sich leider auf eine Tageskarte beschränken, da die 3-Tage-Tickets für 80 Euro bereits nach wenigen Stunden vergriffen waren und nurnoch 140 Euro Tickets zur Verfügung standen. Manch einer mag zwar denken, dass 140 Euro, im Vergleich zu den 300 Euro Tickets, ganz billig sind. Aber ich kenne genügend Menschen, welche besseres mit ihrem Geld anzufangen haben, als es den FedCon Veranstaltern in den Rachen zu werfen.
Sicher, die ganzen Stars, die Organisation, Aufbauten, etc… kosten Geld. Aber leider hat man zu oft das Gefühl, dass diese ganze Veranstaltung nicht mehr von Fans, für Fans, sondern nurnoch zum reinen Selbsterhalt zelebriert wird. Aber das ist ein Trend, welcher nicht nur auf der FedCon, sondern auch bei anderen Veranstaltungen nicht zu übersehen ist.
Das Einzige, was noch schlimmer ist, als die Kommerzialisierung solcher Veranstaltungen sind die Spinner, welche man auf solchen Cons treffen. Die meisten Menschen, die man dort trifft sind alle nett, freundlich und umgänglich. Aber leider gibt es auch einen nicht geringen Prozentsatz (diese Leute werden von von solchen Veranstaltungen magnetisch angezogen) an Idioten, welche solche Cons dazu nutzen, die Welt an ihrer Idiotie teilhaben zu lassen.
So standen wir beispielsweise direkt neben einem Reporter des hessichen Rundfunks, der jemanden zu seinem Hobby befragen wollte. Auf die Frage, warum er denn so eine Uniform trage, kam die Antwort: “StarTrek ist eine Philosophie, es ist wie eine Religion.”.
Ich denke, dass ist das beste Beispiel, wie eine einzige Person eine ganze Veranstaltung und die Besucher vor dem Rest der Welt bloßstellen kann. Überlegen sich solche Leute nicht, wie normale Menschen auf solche Antworten reagieren? Da ist es doch kein Wunder, dass Trekkies im Allgemeinen als “postpupatäre, dicke Menschen, welche in ihrer Traumwelt leben”, abgetan werden. Und das sag ich, als Rollenspieler…













